Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 3 (1840)
- Issue
- 6 (6.1840)
- Date
- 1840-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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164 Ueber di» Offenbarung de« Johanne«. eine größere Heimsuchung alö alle früher», so übertras hinwiederum das Elend der Zerstreuung, welches die Nation durch die Römer betraf bald nach dem Erscheinen Jesu, alle vorhergcgangenen Leiden an Umfang und an Dauer. Durch alle diese Kämpfe und Untergänge hindurch ist aber der Rath Gottes nie untergegangen, und der ewige Gedanke des Reiches Gottes ist stät und unverrückt seinem Ziele entgegengeführt worden, nicht blos ungeacht dieser traurigen Katastrophen, sondern gerade vermittelst derselben. Unter allen Wechseln standen aber dem Volke GotteS die Propheten zur Seite, tröstend und warnend, nnd die Wunder seiner Wege deutend. Ein Gedanke liegt all ihrer Weissagung zu Grunde: der Gedanke vom Reiche Gottes auf Erden; immer ist das letzte Ziel die Theokratie, der heilige Gottesstaat; immer wird als sein Haupt, der Messias, der heilige Sohn Davids, genannt, nnd immer ist Israel Volk Gottes und Träger und Kern dieses Reiches, alle Völker sollen sich dereinst nach Zion wenden, denn der Messias sei auch das Licht der Heiden und unter ihm werde die, unter ein Haupt gebrachte Menschheit ein Reich des Friedens bilden oder, mit neutestamentlichen Worten, werde eine Heerde sein unter einem Hirten. Ist es uns aber gewiß, daß ein Rath Gottes nicht könne gebrochen werden, und daß der eine Geist der Offenbarung Gottes nicht auf zwei Ziele hindeuten könne, daß also die Apokalypse, wenn sie Offenbarung Gottes ist, keinen andern Rathschluß offenbaren könne, als den ewigen Rath der Liebe in den Verheißungen vom Reiche Gottes, wie derselbe von Abraham an in immer Hellern Strahlen auf-