Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 11 (11.1839)
- Date
- 1839-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Mahmud ii. und fein* Regien»»«. 441 eine Bittschrift in die Höhe gehoben, was Niemand bemerkte, als der Sultan selbst, der sogleich auf sie hin» wies und winkte, ihr das Papier abzunehmen, welches nachher sorgsam neben ihn in den Wagen gelegt ward. Dann schien, er zu besorgen, daß-die so nahe als thunlich vorgetretenen Zuschauer, unter denen sich mehrere Damen befanden, durch die unruhigen Pferde gefährdet werden könnten, und schickte einer seiner Kammerherren ab, sie zu bitten, zu ihrer bessern Sicherheit auf eine kleine, hinter ihnen befindliche Estrade zu treten.» »Ich hatte fortwährend mit der gespanntesten Aufmerksamkeit eines Physiognomen das interessante Antlitz vor mir studirt: Melancholie, Gedankenreichthum, vielleicht noch mehr Idealität als eiserner Wille, große Empfänglichkeit für Genuß wie Schmerz, Güte und Aufrichtigkeit des Charakters — das waren die Hauptzüge, die ich darin zu lesen glaubte, umschleiert von der Ahnung einer schnell herannahendeu Auflösung. Auch war cs Mahmud's letzte Erscheinung vor der Welt, und seine letzten öffentlichen Handlungen waren dergestalt, wenn auch nur von geringer Bedeutung, doch die der Frömmigkeit und deS Wohlwollens. Die Geschichte wird ihm gerecht werden, und ihm gewiß seinen Platz unter den ausgezeichnetsten, einflußreichsten Männern seiner Zeit, wie den hervorstechendsten Herrschern seiner Dynastie anweisen; denn nicht nur in den Epochen des Steigens, auch in der des Falles müssen höhere, trotz aller Ungunst der Umstände, noch so wirksam und kühn handelnde Individualitäten ruhmvoll anerkannt werden. Daß er zu spät kam, war nicht seine Schuld, und daß er nicht vollführte, was er selbst wollte, wohl aber unbewußt vom unermeßlichen Einfluß auf die Zukunft des Orients, und folglich der ganzen Menschheit gewesen ist, dahat er