Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 11 (11.1839)
- Date
- 1839-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Mahmud li. und seine Regierung. zzz gehen. Er befahl die Umbildung dieses Corps und schrieb ihnen eine europäische Organisation vor. Zuerst schienen die Ianitscharcn sich fügen zu wollen, aber plötzlich brachen sie (am 14. Juni 1826) in Empörung ans. Mahmud hatte jetzt nur noch^zu wählen zwischen den durchgreifendsten Maßregeln der Strenge oder dem Schicksale Selim's III. und Mustapha Bairaktar's. Er pflanzte die Fahne des Propheten auf, zum Zeichen, daß das Reich in Gefahr sei, und zog in Person gegen die Rebellen. Ihre Kasernen wurden angegriffen und zerstört; 8000 kamen in den Flammen, in dem Kampfe und durch das Blutgericht um's Leben. Viele fielen später, die übrigen wurden verbannt. Mahmud betrachtete dieses Ereigniß als einen glücklichen «Sieg". Vielleicht wäre es das gewesen zu anderes Zeit; jetzt aber hatte die Aufhebung des Jauitscharen-CorpS keine andere Wirkung, als daß Tausende von Unzufriedenen ihr stummes Rachegefühl in die entlegenen Provinzen trugen und daS Reich seines kräftigsten Hebels in den Zeiten der Roth verlustig ging, ohne daß die europäisch eingerichteten Truppen, deren Organisation nun um so fleißiger betrieben wurde, auch nur von Ferne dem Reiche das ersetzten, was ihm vor Zeiten die Janitscharen gewesen waren. Freilich, der meuterische, allen nothwendigen Verbesserungen widerstrebende Geist der letzter« hatte es Mahmud unmöglich gemacht, mit ihnen daS Reich vorwärts zu führen, aber ohne sie ging es eben so wenig. Rach langem Zandern fand sich endlich Mahmud durch den Vertrag von Akjerman (6. Oct. 1826) mit Rußland ab, und entfernte also die von dieser Seite drohende Gefahr. Inzwischen verstanden sich aber die drei Mächte Rußland, England und Frankreich immer I