Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 10 (10.1839)
- Date
- 1839-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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320 Mahmud II. und sein« Regierung zu führen, und er machte daher den Vorschlag, den Vicekönkg von Aegypten, Mehemcd Ali, mit ihrer Unterwcr» fnng zu beauftragen. Vielleicht lag dabei der Zweck mit zum Grunde, diesen seinen alten Todfeind in Kämpfe zu verwickeln, die seiner wachsenden Macht ein Ziel stecken könnten. Es kam jedoch dieser Vorschlag erst im Jahr 1825 zur Ausführung, nachdem im Laufe des vorhergehenden Jahres (1824) die letzten Versuche MahmudS so schlecht abgelaufen waren, daß er ohne Zuziehung Mehemed Ali's an einer Bezwingung der Griechen verzweifeln mußte. Als nun aber im Namen seines Vaters der, seither durch seine Siege über die Türken im Jahr 1832 und in diesem laufenden so bekannt gewordene, Ibrahim Pascha die Halbinsel Morea betrat (Febr. 1825), so schien der Griechen letzte Stunde zu nahen. Ibrahims Heer, europäisch geordnet und von guten, zum Theil französischen Offizieren geleitet, warf die unter sich in Parteien zcrspaltenrn Griechen überall darnieder. Eine Festung, eine Stadt nach der andern fiel in seine Hände, und endlich nach langem, heldenmüthigcm Widerstande erlag am 22. April 1826 auch das letzte, wichtigste Bollwerk griechischer Freiheit, Meffalonghi. Die griechische Sache war als verloren zu betrachten, denn gegen solche Uebermacht war die Hülfe der europäischen Philhellcnen unzureichend. Ueberdieß hatte aber auch der Eifer der Freunde Griechenlands die bittersten Enttäuschungen erfahren durch das Benehmen der Griechen selbst, die durch Uneinigkeit, Verrath, Treulosigkeit, Vergeudung der überlieferten Hülfsgelder an ihrer eigenen Sache sich schwer versündigten. Als aber für Griechenland der letzte Stern der Hoffnung zu dunkeln anfing, trat endlich die bessere Wendung seines Geschickes mit eben diesem Jahre 1826 ein. (Fortsetzung folgt.)