Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 10 (10.1839)
- Date
- 1839-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/4872516-5427199-5427254--0744-4873221- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
19t Di» Arbeiter im Weinberge. offenbaren, so fügte Jesus dem Gesagten, den von ihm öfter wiederholten Satz bei: »Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten, werden die Ersten sein» (V. 30.). Es lag ihm aber daran, den Sinn dieses kurzen räthselhaftcn Spruches seinen Jüngern deutlicher zu machen, auch war es ihm darum zu thun, daß dieselbm und alle künftigen Hörer und Leser seiner Worte möchten belehrt werden über den be, vorstehenden Gang der Dinge, namentlich darüber, daß die Entwicklung und Gestaltung des Reiches Gottes auf Erden — um mit den Worten unseres Gleichnisses zu reden — nicht in einer heitern Morgenstunde leicht und bald sich vollende, sondern daß vor der großen Ruhe und dem seligen Feierabend noch ein langer, schwerer, heißer Tag vorhergehe, so daß ihnen, den Jüngern und Kämpfern der apostolischen Zeit, zwar allerdings das Verdienst bleibe die Ersten gewesen zu sein, und die Gründe gelegt zu haben, aber noch eine lange Reihe eben so treuer Streiter des HErrn ihnen folgen werde, und namentlich zum Ende noch so Schweres bevorstehe, dass"leicht die Letzten können die Ersten werden. Dieses ist die Veranlassung zu unserer Gleichnißrede und ihr nächster Zweck. Betrachten wir nun II. das Gleichniß selbst. Die Worte, mit welchen Jesus seine Rede beginnt: »daS Himmelreich ist gleich einem Hausvater u. s. w. sind nicht so zu verstehen, als würde das Himmelreich selbst, das Reich Gottes wie eö dereinst auf Erden verwirklicht werden soll, verglichen mit dem Hausvater und Eigenthümer des Weinberges, sondern hier, wie öfter, stellt der kürzere Satz: »das Himmelreich ist