Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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108 Di« Zeit der Propheten. Diese 70 Jahre der Unterdrückung und der Schmach maßen sich ab am -eben und am Schicksal Daniels, wie denn überhaupt die ganze Geschichte jener israelitischen Elendszeit zeigt, wie Gott durch seine Knechte seinem gezüchtigten Volke um so näher ist, je mehr er sich scheint zurückgezogen zu haben, und daß aus dem Kelche der' gemeinsamen Züchtigung eben seinen Knechten der erste Trank eingeschcnkt wird, damit sie mitfühlend, mitlcidend und fürbittend am Leidensaltare stehen. Klein war die Zahl derer, welche die Erlaubniß zur Rückkehr benutzten. ES waren meist Israeliten aus den Stämmen Juda und Benjamin, die dem ehemaligen Reiche Juda angehörten, woher denn auch für die neuen An« bauer im heiligen Lande von da an der Name Juden vorzugsweise in Gebrauch kam. Ohne Zweifel haben sich auch Manche aus dem frühern Reiche Ephraim in den neuen Staat nbergesiedelt, und die im Lande, besonders in den obern Theilen desselben —in Galiläa—, wohl auch noch übrig gebliebenen Reste halfen die Bevölkerung des wieder erstehenden jüdischen Staates bilden. Serubabel, aus königlichem Stamme, stand als Fürst, *) und Josua, aus dem Geschlechte EleazarS und AaronS, als Hoherpriester, an der Spitze der Einwandernden. Der Anbau geschah »in kümmerlicher Zeit.» Die neidischen Umtriebe der in der ehemaligen Provinz Ephraim eingesiedelten Heiden, bekannt unter dem Namen Samariter oder Samaritaner, verzögerten unter den nächsten Nachfolgern des Cyrus den Bau der Stadt und des Tempels ungemein sind riefen unter den heimgekehrten Juden, welche die Verheißungen der Propheten über den Segen der letzten Zeit sofort wollten in Erfül- *) Hagg. 1.1. Etro l, «. In letztrrr Stelle fuhrt Serubutel den persischen Nomen Se«barar.