Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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M4 Di« Zeit der Propheten. Drohungen. Aus dem politischen Untergänge und auS der Zerstörung des äußern Heiligthnms verbunden mit dem Verluste aller Tempelgeräthschaften und selbst der BundeSlade *) rettete sich der unantastbare Geist der Offenbarung GotteS, und bewahrte sein Heiligthum in den Herzen der kleinern Schaar wahrhaft Gottesfürchttger. Sie bildeten den Keim, aus welchem die neue Gestaltung, nach übcrstandener Prüfnngszeit, hervorgehen sollte; sie waren geleitet und gestutzt durch manche wahre Propheten Gottes, unter denen uns ans den verschiedenen Stellen der israelitischen Zerstreuung vorzüglich Daniel, Ezechiel und Jercmia bekannt sind. Von Obadsa kennen wir nur die kleine, schriftlich aufbewahrte Weissagung, die gegen den Uebermuth und die Schadenfreude der Edomiter gerichtet ist, welche dieses Nachbarvolk über den Untergang Israels an den Tag legte. Tief regte sich in dem Herzen der wahren Israeliten das Gefühl der Züchtigung Gottes, der Schmerz über den erlittenen Hohn der Feinde, das Seh, nen und Hoffen auf Vergeltung und Erlösung. Mit eigenthümlicher Glut der Empfindung sehen wir diese Stimmung ansgcdrückt in dem 137steu, unter den Trauerweiden der babylonischen Flufikanäle gesungenen Psalm. Freilich die Mehrzahl des Volkes fand sich leicht zurechte in dem zwar fremden, aber fruchtbaren und schönen Lande. Sie siedelten sich an, gelangten selbst zu Wohlstand und genossen einer gewissen Unabhängigkeit. War aber gleich Babel und NebucadnczarS Macht in Gottes Hand das Mittel gewesen, die verdienten Gerichte über das verschuldete Heiligthum zu bringen, so *) lieber tat Schicksal tiefet wichligsten Stücket tet heiligen Tempeltienstet »ergl. Iabrg. |R3«, S. WS u. ff.