Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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»so Di« Zeit der Propheten. Wie in unser» Tagen ein neuentstandener Beherrscher von Aegypten seine Hand nach dem asiatischen Nachbarlande herüberstreckt und die Befestigung seiner ägyptischen Macht auf asiatischem Boden zu bewerkstelligen sucht, so strebte in jenen Zeiten die neuemporgckommene Dynastie des Psammetich ebenfalls von Aegypten aus, theils durch Waffengewalt (man sehe oben S. 238), theils durch Unterhandlungen in Asien Boden zu gewinnen. Wenn aber bei seinem Bestreben der heutige Beherrscher von Aegyvten nur ans einen in sich erschütterten und aufgelösten Feind stößt, so stieß dagegen Necho, der SohnPsammetichs, auf die junge Macht der, seit dem Sturze Ninive's emporsteigenden Chaldäer, und nur der Täuschung, die den Menschen das läßt wahrscheinlich finden was er eben wünscht, ist. es zuzuschreiben, daß die JSraeliten in rin Bündniß mit Aegypten sich einließen und von dieser Schutz und Sicherung gegen Nebucadnezars Andringen erwarteten. Der König von Juda Jojakim (regierte von 609 bis 599; siche S. 238) hatte im Jahr 606 Nebucadnezar gehuldigt, fiel aber nach wenigen Jahren (603) von ihm ab, und schloß sich wieder an die ägyptische Macht an, die ihn seiner Zeit auf den Thron gesetzt hatte. Nebucadnezar, damals mit Kriegen im tiefem Osten beschäftigt, konnte den Abfall Jojakims nicht sogleich rächen, sondern erschien erst im Jahr 599 mit einem Heere vor Jerusalem. Jojakim war bereits gestorben, und sein Sohn Jöjachin ihm seit drei Monaten auf dem Throne gefolgt. Nach kurzer Belagerung mußte er sich aber an Nebucadnezar ergeben, der ihn nach Babel ab» führte, wo er bis nach dessen Tode in einer Art Gefangenschaft lebte. An seine Stelle setzte der chaldäische