Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 9 (9.1839)
- Date
- 1839-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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)S8; Di» Zeit der Propheten. raeliten il>t| Heil von allerlei politischen Eombiiiativnen, namentlich von einem Bündniß mit Aegypten erwarten ließ. Diejenigen unter ihnen, welche noch am meisten geneigt waren, die Hülfe, die man bedurfte, und den Schutz gegen die vordringende babylonische Macht von dem Gott der Vater zu erwarten, nahmen diese Hülfe als etwas das sich von selbst verstehe in Anspruch und verstanden nicht, daß sie durch Erkenntniß der Sünden und rechtschaffene Busse sich erst sollten mit Gott ausgesöhnt haben, ehe sie sich feines unmittelbaren Gnadenschutzcs getrosten könnten. In diesem blinden Vertraue» auf eine Hülfe, welche nicht kommen konnte und nicht kam, wurden sie bestärkt durch eine Schaar eben so sicherer, unerleuchteter Männer, die sich selber Propheten des HErrn nannten, und gegen welche Jeremia, der ächte Prophet, einen so schweren Stand hatte. Die feindliche Macht, welche herannahte und deren Umsichgreifen den Israeliten gegründete Besorgnisse einflößte, war die, unter Nebucadnezar ihren Gipfel ersteigende Macht der Chaldäer. Es hatte dieselbe seit Nebucadnezars Vater, Nabopolassar, sich gehoben (vergl. S. 237) und sank eben so schnell nach des erstern Tode. Sitz und Mittelpunkt war Babel und dar, um heißt sie die babylonische; während sie aber von ihrer Hauptstadt diesen Namen hat, so trägt sie daneben noch einen andern, von dem Volke selbst hergenommenen : sie heißt auch die Macht oder das Reich der Chaldäer. Ueber diese Chaldäer bestehen aber zwei verschiedene Meinungen. Einige Gelehrte nehmen an, die Chaldäer seien ein, von den eigentlichen Babyloniern verschiedenes Volk; sie seien erst später und zwar etwa um das Jahr 747 v. Chr., wo eine neue Zeitrechnung, die von Nabonaffar den Namen führt (siehe oben S. 2351,