Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 8 (8.1839)
- Date
- 1839-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4872516-5427199-5427250--0703-4873182- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Stand der Ving» im Morgenlande. zzz Weit da« türkische Reich jetzt schon heruntergekommen ist, werfe man einen Blick auf eine Karte desselben. Von den Provinzen, welche es zu Anfang dieses Jahrhunderts, oder doch wenige Jahrzehnte früher, noch besaß, verlor cs in Europa den wichtigsten Theil seiner Nord« grenze an Rußland; die Moldau, die Walachei und Serbien sind als abgelöst von der Türkei zu betrachten; Griechenland ist unabhängig unter dem König Otto von Baiern. In Afrika hat die Pforte die Regentschaft von Algier an Frankreich verloren; Tunis und Tripoli anerkennen noch die Autorität des Sultan , jedoch ohne ibm irgend eine Stutze zu gewähren; Aegypten ist in den Händen des Mehemed Ali, der außerdem in Arabien die heiligen Städte des Islam, Mekka und Medina, besitzt, nebst Palästina und Syrien bis Adana über den Taurus hinüber. Da nun seit dem Siege von Risibi, wie wir gesehen haben, Ibrahim Diarbckir besetzen läßt und dadurch die mesopotamischen Provinzen von der Türkei abschneidet, so gebietet der Sultan gegenwärtig in Europa nur noch über einen sehr geschmälerten Theil seines Reiches; in Asien hat er einstweilen nur noch Kleinasien, und sollte ihm auch dieses bleiben, so stehen in den zwei Grenz-Bollwerken Kleinasiens, dem Kaukasus und dem TauruS, in dem rrstern die Russen, in dem letzter« die Argypter; in Afrika aber besitzt die Pforte, wenn wir Tunis und Tripoli abrechnen, ganz nichts mehr. Das Wenige aber, was das ehemals so furchtbare türkische Reich jetzt noch besitzt, iss ihm im höchsten Grade unsicher. Denn abgesehen von den Gebietsver« lüsten, welche die neuerliche Niederlage herbeiführt, wird die Pforte Mühe haben ihre europäischen Provinzen, die jetzt gänzlich von Truppen entblößt sind, im Gehorsam