Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 8 (8.1839)
- Date
- 1839-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 3× ep/1047811
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Aleppo. S4T Stadt. Fülle, Durchsichtigkeit, Süße, Plätschern, Wachsen und Schwinden des Wasserspiegels, der Blumenschmelz, das dunkle Baumgewölbe, Rosen- und Pistazienblüthe, sind Dinge, um die sich in Haleb Jedermann kümmert. Man kennt, so zu sagen, jeden Baum mit Namen und Gestalt, geht zu ihnen auf Besuch und weidet das Auge an ihrem Flor und saftigen Stamm. Alle Aleppiner sind gleichsam in das Bächlein und seine Uferbäume verliebt. Aber auch welche Theilnahme, welcher Schmerz, wenn zuweilen nach langer Trockenheit und regenlosem Winter*) das rinnende Wasser versiegt! Hat Ibrahim wirklich, wie man versichert, den Wald am Bache umgehauen, um Palliffaden zu Verthridigung der Stadt daraus zu zimmern, so wäre der Verlust unersetzlich und die Trauer allgemein. Leichter würde man Schaden an Geld und Menschenleben ertragen, als den Untergang der Bäume, des schönsten, langsam wachsenden, von den Vorfahren ererbten Schmuckes der Heimath. Die Gemüthsart der Aleppiner ist als freundlich überall bekannt. Gewiß sind sie die höflichsten und duldsamsten Muhammedaner des Orients. Ihr Verkehr mit Fremden kann diese Wirkung nicht allein Hervorbringen, cs muß im Blut und Sinn dieser Leute liegen. Fanatische Sccnen, wie sie bis auf die letzten großen Siege der Russen in den meisten islamitischen Städten vorfielen, sind in Haleb seit langem verschwunden, oder waren vielmehr niemals in gleichem Grade üblich. Nur die Bettelmönche (Derwische) bei ihren freitäglichen Umzügen schreien zuweilen den europäisch gekleideten Fremd- *) Venn daß tt im Gommer nicht regnet, versteht stch dort von selbst.