Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 6 (6.1839)
- Date
- 1839-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Der gtaubtrfyaurtmann auf dem Olymp. 18S als möglich hinan. Ein Palikar kam von hinten mit ei« nem langen, schmalen Tuche von drei oder vier Ellen Länge, das er mit geschicktem Schwünge so über die Köpfe warf, daß es im Kreise gerade auf die Kniee aller Gäste fiel. TB« mit Aepfeln, Birnen, Oliven und Pflaumen wurden auf den Tisch gesetzt, und ein kleiner Becher mit Rakki (eine Art Branntwein), so groß wie ein Liqueur-Glaö, wurde bei jedem Gaste rund herum gereicht. Run rannte ein Palikar mit einem Lad« stocke herbei, um den die auSgewählten Eingeweide des Schafes gewickelt waren, heiß und zischend vom Feuer, und um den Tisch herum laufend, lud er etwa die Länge einer Patrone von der Garnitur des Ladstocks auf dem Brode vor jedem Gaste ab. Dieses erste Reizmittel war kaum verzehrt, als zwei andere Männer herbeiliefen, je« der mit einer Niere auf einem Stückchen, deren heiße Stücke eben so verzehrt wurden, wie die Eingeweide. Darauf wurde das vom Schafe abgelösete rechte Schul« terblatt gebracht. Es wurde feierlichst vor Kapitano Dimo hingelegt, jeder Laut wurde unterdrückt, und jedes Auge blickte auf ihn. Er säuberte es sorgfältig, untersuchte es an beiden Seiten, hielt eS hoch gegen die Sonne und prophezeite dann alle guten Dinge. Der Lauf zweier Blutgefässe nahe am Ende des Schulterblattes, die von beiden Seiten Herkommen, bedeutet Wege, einen der Freunde und einen der Feinde. Flecken auf dem durch, sichtigen Theile des Knochens bedeuten Gräber. Di« Schicksale deS Wirths und der Wirthin zeigen sich auf einer Stelle nahe dem Beinknopfe (Eondylon) *). Rach *) Ungeachtet dieser alt-heidnischen Gewohnheit bekennen sich dies» Leute «um Ehristenthume, und vereinigen da« Sine mit dem «ndrrn. wie wir sie denn sogleich nach dieser abergläubischen Eeremonie di« Mahlzeit selbst durch da« Schlagen de« Kreuze« beginnen sehen.