Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 6 (6.1839)
- Date
- 1839-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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17« Der Räudn Hauptmann auf dem Olymp. - schleuderte Blicke voll Haß und Rache bald auf den Schwager, bald auf den Mönch. Kapitano Dimo hörte eine Weile ruhig zu, aber welche Geduld konnte so widersprechende Forderungen, so mißtönend« Stimmen «»«halten? Und welcher Richter konnte seinen Gleichmuth da bewahren, wo er von recht« und link«, von vorn und hinten und von unten auf angegriffen wurde, und wo er, in seiner Stellung hoch zu Pferde, bei den Füßen, Beinen und Händen gepackt, und seine Ohren mit allen möglichen Sprach« Werkzeugen bestürmt wurde? Da« Pferd gab zuerst Zeichen seiner Unzufriedenheit, indem e« umher tanzte und in zierlichen Wogen den gestrengen und stirnrunzelnden Reiter auf und nieder bewegte. Al« nun aber der Klepht (der Räuberhauptmann) zu stürmen begann, da war alle« Borhergegangene gar nicht«. Die Metaphern seiner Drohungen waren wahrhaft homerisch und wurden durch eine von den Türken cntseknte, schneidende Bewegung der Hand an den Hals erhöht. Ich dachte, er werde sich nicht eher zufrieden geben, al« bi« er der ganzen Gesellschaft die Köpfe abgeschlagen hätte; und hätte er dazu Lust gehabt, so wäre Niemand da gewesen, der ihm hätte sage» dürfen^: Du sollst nicht. Der Nachmittag ging hin mit Untersuchungen und mit Aufnahme der Zeugenaussage». Der anwesende Priester erschien dabei nicht blo« al« GerichtSrath, sonder» er half auch da« Urtheil sprechen; denn Bußen, Almosen, Bekrenzigung und Kniebeugnngen wurden allen Deliquenten freigebig auferlegt. Dem strafbaren Mönch allein wurden von den letzter« sieben tausend zugesprochen, und halb so viel dem Ehemann, weil er den« Mönch den Kopf zerschlagen. Die Sünderin selbst sollte