Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 5 (5.1839)
- Date
- 1839-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Drr Prophet Micha. ist» gen. Wir wollen also hören was er vorzubringen hat, und ihm darauf antworten, so gut wir es vermögen. »Diese, von den Propheten angekündigten Dinge alle, wann, und wie, und wo werden sie kommen»? Das ist viel gefragt auf einmal, und doch ist unsere Antwort ganz einfach und leicht zu geben, nur müssen wir ihr ein Wort vorausschicken. Es ist nämlich, lieber Leser, keineswegs unsere Absicht die Zukunft zu deuten, und mit schuldiger Hand den Schleier zu berühren, t>«it der Ewige der Zukunft umgelegt hat, und welcher sich nur hebt vor seines Odems Wehen, wie der Schleier der Rächt entweicht vor dem Hauche der Morgenröthe. Wir gehören nicht zu denen, welche mit Zeitberechnung umgehen und bestimmen wollen, nach wie vielen Jahren gewisse Ereignisse im Reiche Gottes einzutreten haben; die wir nicht wissen, welches die Bahn sein wird der Wolken am kommenden Tage, wir kennen noch weniger die Wege des lebendig schaffenden Odems GotteS. Auch sind wir keineswegs gemeint in die Sprache derer einzustimmen , welche sagen: Siehe, er ist in der Wüste; siehe, er ist in der Kammer (Matth. 24, 26.), sondern wir wissen wohl, daß gleichwie der Blitz auSgehet vom Aufgang und scheinet bis zum Niedergang, also auch sein wird die Zukunft des Menschensohns. Zum Sehenden ist aber nicht noch zu sagen: Siehe den Blitz. Und zum Blinden, wer möchte es sagen? Darum ist unsere ganze Antwort auf das wann, wie und wo? die, daß wir keine zu geben wissen; auch begehren wir keine zu geben, denn unser Zweck ist nicht, zu reden von dem was kommen wird, sondern von dem waS geschrieben steht; wir wollen nicht erklären, das was kommt, sondern das was ist, nämlich was in dem