Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 5 (5.1839)
- Date
- 1839-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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184 Der Prophet Micha sche Zeit scheint hier eingeschaltet zu sein, um, so zu sagen, rin Gegengewicht zu bilden gegen die harten und schweren Dinge, welche der Prophet so eben ««-gesprochen hatte. Denn immer bemerken wir, daß Verheißungen de- Heilda wiederholt werden, wo die strafende Rede könnte den Anschein gewinnen, sie wolle die Hoffnung der Gläubigen zu Nichte machen. Nach dieser kurzen Unterbrechung setzt Micha seinen Dortrag (Cap. 3.) fort. Er rügt die Gewaltthätigkeit der Häupter und Fürsten des Volkes Israel und bezeichnet sie unter den stärksten Bildern. Er hatte diesen sittlichen Schaden seiner Zeit schon im vorigen Cap. be« rühtt, jetzt aber fügt er bei, was die Folge und die Sttafe sein werde : » Wenn ihr einst zum HErrn schreiet, wird er euch nicht erhören, sondern wird sein Angesicht vor euch verbergen zu derselbigen Zeit, wie ihr mit euerem bösen Wesen verdienet habt« (B. 4.). — Dann wendet er sich wider die Propheten, die da- Volk verfübtten zu blinder Sicherheit, und die ihre Weissagung günstig oder ungünstig einrichteten, je näch dem zeitlichen Vortheil, den sie dabei ersahen. Das Gen'cht, das sie tteffen soll, besteht dann, daß ihr Leuchter umgestoßen wird: »Euer Gesicht soll zur Nacht und euer Wahrsagen zur Finsterniß werde». Die Sonne soll über den Prophrttn untergehen und der Tag über ihnen sich schwärzen« (D. 6.). Hieran reiht sich die oben schon angefühtte Schlußstelle des ganzen, die drei ersten Cap. umfassenden Strafvorttagö, worin der Prophet die den Häuptern des Dolkes, den Priestern und den falschen Propheten zu machenden Vorwürfe kurz und stark zusammendrängt und mit der verhängnißvollen Ankündigung schließt, daß Zion zum Ackerfeld, Jerusalem zum Steinbansen »nd der Tempelberg zur Waldböhe werden müsse.