Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 3 (3.1839)
- Date
- 1839-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 31)
- Language
- German
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vat heilig» Feuer. VS zu schreien, Huben alle die .Hände mit ihre» Kerze» auf, und drängten mit so großer Gewalt auf den Patriarchen los, daß es kein Wunder wäre, sie zerquetschten ihn; den» ein Jeder wollte sein Licht zum ersten von des Patriarchen anbrennen, indem sie meinen und glauben nicht anders, als daß es vom Himmel hcruntcrgefallen sei. Es ist da kein Halten noch Wehren. Sie hätten den Patriarchen leicht erdrückt, er fing schon an zu schreien, da Huben sie ihn empor, und lag er oben auf den Kopsen des Volkes. Sein bischöflicher Ornat, so er anhatte, wurde ihm ganz vom Leibe gerissen; es war ein alter eisgrauer Mann, hatte einen schönen, weißen Bart, welcher ihm in dem Tumult und von dem Hin - und Wiederfahren und Stoßen der brennenden Kerzen angezündet und ganz verbrennet wurde, darüber die zusehenden Türken alle lachten. Es geschah ihm aber nicht dieses allein, sondern viel Griechen und Armeniern mehr, so lange Bärte trugen, welche sie bei diesem himmlischen Feuer einbüffeten. Es war auch so ein Dampf und Gestank, daß es nicht anSzusagen. Daß aber ein Jeder sich so äußerst bemühte, sein Licht an des Patriarchen, wenn er aus dem heiligen Grabe herauskommt, anzubrennen, ist die Ursache, weil sie glauben, daß derjenige der allerseligstc Mensch auf dieser Erden sei, der nicht könne verdammt werden. Darum brennen sie auch mit dem Feuer Kreuze ans Leinwand, die ihnen zu Sterbehemde» dienen soll, daö reinige die Seele von allen Sünden. Daß cs aber mit dem Fener ein Betrug sei, wußten Türken und Juden. Die Katholiken sind ebenso von dem gegenwärtigen (offenbaren) Betrüge überzeugt, in früherer Zeit aber ist das Wunder, nach ihrer Meinung, wirklich geschehen.