Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 2 (2.1839)
- Date
- 1839-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
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ver d«ntsche Handwerker ,n Zrr«sal«m. 57 mit langsamer Stimme der Priester hinausrief zu der todtenstillen Menge: «Domini« Jesna, in noctc qua tradebatur, aäcepit panem et gratias ageiu fregit» (Unser HErr Jesus Christus, in der Rächt, da er ver» rachen ward, nahm er das Brod, dankte und brach'-; 1 Kar. 11, 23. 24.): da warf auch ich mich tief ergriffen nieder und wehrte der Thräne nicht, , die sich leise unter der Wimper hervorstahl. Abends wnrde, wie schon erwähnt, daS Gitter geöffnet, welches die Säule barg, an der Christus gegeißelt worden« *) Die stille Andacht verwandelt sich in ein lärmendes Schauspiel. Welch ein Drängen und Wirren! welch ein Tosen und Stoßen! — Auch ohne der Reliquie eine wunderbar heiligende Kraft znzuschreiben, ließ ich mich dennoch von dem Strome der Menge in die Kapelle tragen und berührte die Säule mit frommer Ehrfurcht. In der sogenannten »dunkeln Rächt,» die dem stillen Freitage vorausgcht, wurde das Gotteshaus von betende« Pilgern nicht leer. Während der Predigt, die an demselben Abende gehalten ward, erloschen plötzlich alle Lampeu des Domes. Die dichteste Finsterniß lagerte sich auf die gläubige Menge, die still betend zu Boden fiel. Und der Priester las mit feierlicher Stimme: »Es ward eine Finsterniß über daS ganze Land bis zu der neunten Stunde» (Matth. 27, 45.1. Es war ein tirfergreifender Augenblick. Seufzer und Schluchzen mischten sich mit den Worten des Evangeliums. Al« aber die Dunkelheit der Andacht gefährlich zu werden drohte, da *1 Diese Kapelle wird afljtiMid) nur am grünen Donnerstage geiffnet. Will «an |u einer andern Zeit die Reliquie begrüßen, so ist dieß nur vermittelst »ine« bereit stellenden spanischen Rohre« gestattet. mit besten silbernem Knopf« man durch eine klein« Oesinuna de« Gitter« di« Gaul« berührt. Di« fromm« Andacht küßt riesen Knopf und glaubt sich dadurch gereinigt p»n ihren Sünden. «nmerk. de« Verfass.