Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 2 (2.1839)
- Date
- 1839-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
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Der beul sch« Handwerker in Jerusalem. 53 bessere- Würden sie sich nicht gleich wilden Raubthieren unter einander aufreiben, wenn nicht der gehobene Arm des Muselmanns stündlich ihnen drohte: »Bis hieher und nicht weiter!»—? Und mag man sich nach solchen Vorgängen noch wundern, wenn die ruhigen und dabei edlen und frommen Türken, denen die Natur einen ge, wissen Seele,ladel auf die Stirne geschrieben, mit gering« schätzender Verachtung auf die Christen herabsehen und diese Verachtung vielleicht auch auf die Religion übertragen, welche solch« Zöglinge bildet und von solchen Dienern gehandhabt wird?!— Auch der Italiener hatte solche Strafe wohl verdient, indem er seine lieblose Gemüthsart schon an dem Morgen desselben TageS kund gegeben. Denn als um diese Zeit den harrenden Pilgern die brennenden Kerzen zu der bevorstehenden Processio» ausgetheilt wurden, da zürnte er, als dem Mecklenburger Maurer*) früher, denn ihm, eine solche gereicht ward — dem Priester zu; »DaS ist ein Protestant; warum gibt mau ihm früher ein Licht, als mir?» Aber der würdige Geistliche antwortete in den» Sinne seines HErrn und Meister-: »Auch er ist ein Christ wie du!« Es war ein Glück, daß der Maurer, der italienischen Sprache unkundig, nur das eine Wort: »Protestant» verstanden hatte, sonst hätte sich vielleicht in unsrer Mitte schon um diese Zeit der Streit entzündet. Denn als ich nach dem Gottesdienst« ihm das Vorgefallene erklärte, da ergrimmte er, daß er dix Unduldsamkeit des Italieners nicht auf der Stelle habe züchtigen können und schwur dem stolzen Katholiken bittere Rache. *) Der einzig» Deutsche, ter mit Döbel da« Osterfest in Irr»- salrm feierte.