Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 1 (1.1839)
- Date
- 1839-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Die Wiege -er Völker. r DaS Morgenland ist die Wiege der Menschheit. Nicht viele Menschen zugleich, nicht an verschiedenen Orten unsers Erdballs auf einmal oder allmählig sind Menschen erschaffen worden. Diese Gedanken, die sich nur die unwissende Vernunft beigehen lassen kann, gleichwie sie die Erde mit viel andern Geschöpfen in allen ihren Theilen ausgestattet sieht, verlieren sich vor dem Lichte der göttlichen Offenbarung, die, weil wir über unfern Ursprung unterrichtet werden mußten, uns ausdrücklich kund thut, »daß von Einem Blut aller Menschen Geschlecht auf hem ganzen Erdboden wohne »(Apost. 17,26.). Dieser Eine Stammvater unserS Geschlechts, nach dem Ebenbilde Gottes, folglich in der Aehnlichkeit des ewigen himmlischen Urmenschen, des SohneS, erschaffen, bewohnte eine Welt, welche unS eben so wenig mehr vorstellbar ist, als die große Vollkommenheit seines persönlichen Wesens. Sie heißt das Paradies oder Eden. Daß es ein Paradies außer unserer Erde, gibt, beweisen die Stellen, wo von einem solchen höhern Paradiese die Rede ist, das der Heiland am Kreuz« dem Schächer versprach, in das Paulus entzückt wurde. Aber auch auf dieser Erde wird ein niederes Eden (Wonneland) gewesen sein, welches mit dem obern in der nächsten Verbindung stand; denn wir lesen, daß Kain morgenwärts von Eden sich angesiedelt habe (1 Mos. 4, 16.). DaS irdische Eden aber oder dessen Mittelpunkt, den »Garten in Eden», haben wir »gegen Morgen» zu suchen (Eap. 2, 8.), und die Angabe der Klüffe, die ihn bewässerten, weist auf das innere Asien, und zwar auf die Gegend deS Himalayagebirgs im Süden von Tibet hin, auf jene höchsten Spitzen der Erdrinde, dir noch kein Sterblicher von unserer jetzigen Ra-