Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 1 (1.1839)
- Date
- 1839-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Vorwort. 9 die wir lassen, weil unser Auge nicht so weit reicht, oder unsere Hand nicht so viel vermag, sie möchten alsdann in acht brüderlicher Liebe ihre Handreichung unö nicht versagen, und selber das Wort ergreifen über die Dinge, von denen wir nur unvollkommen oder gar nicht geredet haben. Das Ziel endlich, das vor unS steht, ist die Ehre des HErrn und die Förderung seines Reiches, innerlich und äußerlich. Wir sagen innerlich und äußerlich; denn das Reich Gottes ist ein geistiges, inneres in den Gemüthern der Gläubigen; es ist aber auch ein äußeres, denn es ist gegründet in der irdischen Wirklichkeit, es hat Theil an der Weltgeschichte, und mehr noch: es bildet den Kern aller Geschichte; Christus ist ihr Mittelpunkt; alle Fäden des großen Geflechtes der Völkergeschichte lau, fen aus von ihm, und laufen zusammen in seiner Erscheinung, die wir erwarten. 'Wir sind überzeugt, daß das Reich Gottes zuerst müsse in uns gebaut werden, wenn wir sollen berufen sein zum Bau desselben LUßer uns. Wir halten ferner dafür, daß ein gesundes, nachhaltiges, freudiges Glaubensleben eine mächtige Stütze finde in klarer und eingehender Crkenntniß, welche ihre Wurzeln nahrungsuchendrief eingeschlagen hat in den Heilsgrund des Wortes Gottes. Zu dieser Erkenntniß als nährender Quelle deS Glaubens mitzuwirken ist daher unser erstes Ziel. Das zweite erreichen wir eben durch die reingeschichtliche Fassung der göttlichen Offenbarung, indem wir durch dieselbe unS immer auf's neue hingewiesen sehen auf den alten Boden der heiligen Begebnisse alter und ältester Zeit, in das ferne, liebe Morgenland. Alle Zeichen der Zeit, z» deren Beachtung der HErr uns auffordert, deuten nach Osten. Wie im Frühling« eine unsichtbare Auferste« hungSkraft alle einzelnen Pflanzen nnd Gewächse zum