Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 2 (1839)
- Issue
- 1 (1.1839)
- Date
- 1839-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Vorwort. etwas verhüllt vor uns; wir erwarteten Freunde zu finden, kannten sie aber nicht, und es hat sein cigenthümlich Schwieriges, z» Freunden zu sprechen, die man erst anzutreffen hofft. Anders stehen wir jetzt da. Wenn wir nunmehr das Wort an unsere lieben Freunde und Leser richten, so sind dieselben zwar allerdings in vielen Ländern zerstreut, und befinden sich in den verschiedensten Verhältnissen des menschlichen Lebens, aber sie sind doch uns bereits alte Bekannte; und obschon wir die allerwenigsten näher kennen, so kennen sie doch uns, und haben uns seit bald einem Jahre ihre Liebe und ihre Aufmerksamkeit zngewandt. Leichter und freudiger läßt sich nun sprechen. DaS aber, was wir zu sagen haben, ist ein Rückblick und ein Vvrblick. Das thun ja wir Alle; zwischen dem Sylvesterabend und dem Neujahrsmorgen ist ein stilles Stündlein, wo der eilende Wanderer durchs Leben ein wenig sich niedrrsetzt, und ein Jeder mit seinem Nächsten redet von dem was hinter unS liegt und von dem was vor unS liegt; von dem was beendigt und gethan, aber bewußt und klar, nun der unveränderlichen Vergangenheit anheimgcfallen ist, und von jenem, was frei und beweglich, aber verhüllt, mit der bildsamen Zukunft unS entgegentritt. Ein solches Stündlein möchten wir jetzt hier mit unser» Lesern feiern, und unser Vorwort soll ebensowohl ein Nachwort sein, und zwar das letztere zuerst. Wollten wir bei dem Rückblicke, den wir auf unfern Gang im verflossenen Jahre — unfern ersten Jahrgang — werfen, unS aufhalten mit dem Aufzählrn der Mängel unsrer Arbeit, die wohl Niemand deutlicher und mit mehr Mißbelirben sieht, als wir selbst, so würden wir dadurch unsere Leser ermüden und wenig Dank zeigen