Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 9/10 (11.1838)
- Date
- 1838-11-01
- Page
- Seite 319 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4872516-5427189-5427230--0364-4872854- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
31» dieser ganzen Stellung der Dinge noch unerklärlicher zu machen, reist nun MeheMed-Ali nach Süden ab, uud zwar mit einer ansehnlichen Macht. Ganz Europa meint, der Norden mache ihm mehr zu denken und zu schaffen, als er zu tragen vermöge, siehe, so zieht er nach Süden, als ob mit den Türken, den Russen und den Engländern Alles in bester Ordnung wäre. Er will aber ausrücken in das alte Mohrenland, in das heiße, tiefere Afrika, wo viel Gold vorhanden ist. Es sieht ordentlich aus, als ob die morgenländischen Mährchen Wirklichkeit werden sollten. Die Morgenländer lieben sehr die Mährchen. Einem Erzähler hört Alles zu. Er spannt die Aufmerksamkeit, und wenn der lauschende Zuhörer kaum mehr fn'sch achmet, denn ein gewaltiges Ereigniß muß in der Erzählung augenblicklich Hereinbrechen, — plötzlich geht der geschickte Dichter in ein Wunderland hinüber, thut eine ganz andere Welt auf vor seinen Zuhörern, »und wiegt sie »wischen Ernst und Dpirle Auf schwanker Leiter der Gefühle». So ist eS seit einem halben Jahre den großen und kleinen Staatsmännern von Europa ergangen. Man mußte von einem Tage zum andern erwarten, daß entweder zu Land oder zu Wasser der Kampf beginne. England und Frankreich drohten ernstlich dem Mehemed und verboten ihm, den Krieg gegen den Sultan zu eröffnen. Er lachte darüber, schickte neue Truppen nach Syrien, und — verhielt sich ruhig. Mit einemmale vernahm man, die Engländer hätten mit den» Sultan einen Handelsvertrag geschloffei«, wodurch er in freundschaftliche Verbindung mit ihnen ttete, selbst ihren Kriegsschiffen die Durchfahrt nach dem schwarzen Meere eröffne, alle Handelsvorrechte in seinen Provinzen abschaffe, u. s. w. Dasei so gut