Mannheim
Compact Memory

Das Morgenland · 1838-10-01 · 7/8 (10.1838) · p. Seite 256

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
7/8 (10.1838)
Date
1838-10-01
Page
Seite 256 (sequence 64)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4872516-5427189-5427228--0300-4872791
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

■r rs« langen und höhere Stenern, als die unbedeutenden, wel« che sie bis jetzt bezahlten. Chcbil ist höchstens 40 Jahre alt, obschon sein grauer Bart ihm ein etwas älteres Aussehen gibt. Er ist von kleiner, aber wohl proportionirter Gestalt, und scheint jene unverwüstliche Gesundheit zu genießen, welche den härtesten Anstrengungen trotzt. Chebil soll in wenigen Tagen abreisen, um die übrigen Drusen, welche noch unter den Waffen sind, zur feierlichen Niederlegung derselben zu bewegen. Bis jetzt können die Drusen immer noch kaum glauben, daß ihr Anführer mit Ibrahim Brod und Salz gegessen, und aus seiner Pfeife geraucht habe. Die Unterwerfung Chebil's, obwohl dcrsekbe die Freiheit seiner -andSlcute durch einen Vertrag aufrecht erhalten hat, macht einen tiefen Eindruck in Syrien. Ibrahim erscheint als Besieger jener unbesiegbaren Nation der Drusen. Chebil hat sich in das Zelt des Pascha begeben; dieß ist dem Volke genug. Ich bin von Damask am 30. Aug. (1838) abgereist. Alle Türken dieser Stadt, welche die am meisten fanatische im ganzen Morgenlande ist, verabscheuen heim, lich die Aegypter und namentlich die Franken (christlichen Europäer), denen sie vorwerfen, daß sie in den Herzen der Araber des Pascha von Aegypten den alten Eifer für die Vorschriften des Koran (muhammedanische Bibel) geschwächt hätten. Sie sehen in uns das deutlichste Zeichen der Eroberung Ibrahims, denn vor dem Einzug der Aegypter wagte kein Europäer, in seiner Tracht durch die Straßen von Damask zu gehen. Jetzt machen diese Leute zum bösen Spiele gute Miene, machen uns tausend Freundschaftsbezeugungen nnd nennen sich unsre Diener und Sklaven. Als Chebil noch zu Felde stand, warfen sie uns manchmal finstere Blicke unter ihren dicken Turbans zu. Jetzt aber, sobald nur ein Franke vorübergeht, neigen sie sich, die Arme über die Brust kreuzend, bis zur Erde. Sie fühlen den Einfluß und die Macht der Europäer hinter den siegreichen Schlachtreihen JbrahimS.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.