Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 254 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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Drusen bei Ibrahim ankam, fand er diesen genest, durch Friedensschluß einen Krieg zu beendigen, der ihm schon so viele Leute und Strapatzen aller Art gekostet. Der Pascha beauftragte den Gesandten, zu seinem Gebieter zurückzukehren, und ihm zu sagen, daß Chebilel-Arian binnen neun Stunden unter dem Zelte Ibrahims erscheinen müsse. Der Bote verbeugte sich tief und ging; er fand aber Chebil nicht wieder an der Stelle, wo er ihn verlassen hatte; denn dieser war mit seiner Schaar anders wohin gezogen, aus Furcht Ibrahim möchte ihn überfallen, weil er nun seinen Schlupfwinkel kenne. Der Bote erreichte ihn erst 14 Stunde» nachdem er die ägyptische Armee verlassen; er hatte auf seinem Pferd ohne auszuruhen 4V Wegstunden zurückgelegt. Er überbrachte seinem Anführer die Antwort des Pascha und bemerkte ihm, daß die vorgeschriebene Zeit (nenn Stunden) unglücklicherweise schon verflossen sei. »Mein Land leidet»; — sagte Chebil — »Ibrahim soll großmüthig sein; ich gehe zu ihm». Er machte sich auf den Weg. Als er im feindlichen Lager angekommen, wurde er auf ausgezeichnete Weise empfangen und in das Zelt des Frldherrn geführt. Bevor er eintrat, stieg er vom Pferde, legte seine Waffen ab, und ließ sich von zwei Männern seines Gefolges tragen, denn er konnte wegen zwei Kugeln in seinem rechten Schenkel nicht gehen. Ibrahim tadelte ihn sogleich mit vieler Güte, daß er bei ihm ohne Waffen rinttete, da er doch nicht besiegt sei, und forderte ihn auf, dieselben wieder zu nehmen. Dieseö geschah. Als der Diiusenhäuptling in das Zelt zurückkehrte, legte er seinen Säbel zu deS Pascha Füßen, welcher aber denselben sogleich aufnahm und ihn dem Drusen wieder umhing. Ueberhaupt behandelte ihn Ibrahim mit vieler Auszeichnung, lobte ihn wegen seiner Tapferkeit und sagte, daß