Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 7/8 (10.1838)
- Date
- 1838-10-01
- Page
- Seite 239 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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33V wilde» Blicke bald hieher, bald dorthin warf. Da wan, delte unö eine Furcht an; wir verließen den Weg und gingen seitwärts in die Gebirge, in welchen wir sicherer z» sein gedachten. DaS Gebirge war steil «nd hoch, so daß wir glaub, ten vom Gipfel desselben sowohl den Jordan als auch den todten See sehen zu können; allein als wir nach unsäg« licher Mühe den Gipfel erreicht hatten, sahen wir vor uns ein schreckliches Thal, hinter welchem ein noch höhe, res Gebirge sich erhob. Den Gefahren dieser majestätisch schauderhaften Gegend trotzend, wagten wir nnS in das Thal hinab, und erklimmten auch das jenseitige Gebirge; aber auch dieses war nicht das letzte, und darum wurde uns fast übel zu Muthe. Unter schrecklichen Anstrengungen war eS unö gelungen, den halben jenseitigen Abhang dieses Gebirges zu erreichen, als cs so steil und glatt wurde, daß wir uns nicht weiter hinab wagen konnten, sondern längs desselben kümmerlich fortklettern mußte». Das war rin Jammerpfad; den» auf einer Seite hatten wir einen hundert Klafter tiefen Abgrund, ans der andern aber das steile Gebirge, dessen nackte Felsen weißen Marmorsteinen ähnlich waren. Um unS vor dem Schwindel zu bewahren, richteten wir uusere Blicke nnverrückt auf die schmale FelsenkaiNe, welche wir verfolgten, und dieser, vielleicht nie betretene Pfad geleitete uns bis an ein Quecrgebirge, über w'elches wir kriechend auf Häuden und Füßen gelangten, und zu unserer unbeschreiblichen Freude die Ebene des Jordans erblickten, durch welche sich dieser Fluß in man« nigfaltigen Krümmungen schlängelt. Der Weg wurde besser, und die Freude, bald am Jordan zu sein, stärkte unsere müden Füße dermaßen, daß wir in kurzer Zeit die Ebene des JordanS erreichten.