Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 5/6 (9.1838)
- Date
- 1838-09-01
- Page
- Seite 175 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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175 Mtttheilungen aus Jerusalem. Wir haben in dem vorhergehenden Hefte (Monat August, S. 118 u. folg.) einem Schreiben des deutschen Israeliten, Herrn Schwarz, in Jerusalem, das er an seinen Bruder in Deutschland gerichtet, einige Mittheilungen entnommen, sowohl in Betreff des kirchlichen Zu, standes der Juden im heutigen Jerusalem, als über die -andesart von Palästina im Allgemeinen. Aus der Feder desselben Mannes fügen wir hier noch Einiges bei, wodurch die jetzige Landesverwaltung von Palästina überhaupt und die Stellung des Europäers insbesondere beleuchtet werden. Wir lassen ihn selber sprechen. Das Einzige was den Aufenchalt in Jerusalem ungemein erschwert, ist die ungewöhnliche Theurung, die jedoch erst seit meinem Hiersein (seit dem März 1833) eingetretcn und noch immer im Steigen begriffen ist. So z. B. ist seit wenigen Jahren der Preis des Waizen um mehr als das Fünffache, der des OelS um ungefähr das Vierfache gestiegen. Die Ursache dieser Theurung ist zunächst die von Ibrahim Pascha angeordncte militärische Besetzung von ganz Palästina und namentlich von Jerusalem, so wie auch die fast unerschwinglichen Abgaben, welche die Inländer, besonders aber der Bauernstand, zu tragen haben. In letztrer Hinsicht herrschte vor der Revolution eine wahre Unabhängigkeit und Willkühr. Es wurden weder Steuern noch sonstige Abgaben von dm Gutem und Erträgnissen des Landes an die Behörde mtrichtet; die Lebmsmittel konnten daher zu den billigsten Preisen verkauft werden. Seit der Revolution hingegen nahm daS Geschick Palästina'- eine andere Wendung. Die Aufrechthaltung der Ordnung und der Vollzug der Landesgesetze soll nunmehr durch Militärgewalt bewirkt und aus- *