Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 4 (8.1838)
- Date
- 1838-08-01
- Page
- Seite 120 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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ISO Hoffentlich bist du schon längst im Besitze meines jüngsten Briefes vom 17 Februar dieses Jahres, worin ich Dir über das schreckliche Erdbeben, welches am 1 Januar dieses Jahres die beiden Städte Safet*) und Liberias **) sammt deren Umgebung fürchterlich zerstörte — wobei viele tausend Menschen den Tod fanden, — genaue Nachricht mittheilte. Ich will daher diesen traurigen Gegenstand, bei dessen Erinnerung noch immer mein Herz blutet, nicht weiter berühren. Der größte Theil der Unglücklichen, die mit dem Leben davon kamen, aber ohne Obdach und Vermögen hernmirrten, fand hier gastfreundliche Aufnahme, und wird von den hiesigen jüdischen Einwohnern mildthätig unterstützt. Deinem, mir so theuern Verlangen, zu genügen, will ich Dir, mein geliebter Bruder, über die gottesdienstlichen Gebräuche zu Jerusalem, in soferne sie sich von denen des Abendlandes wesentlich unterscheiden, manches » Bemerkenswerthe mittheilen. Damit auch der thätige Handwerks- oder Geschäftsmann, der nicht immer zu einer bestimmten Zeit dem Gottesdienste beiwohnen kann, nicht abgehalten werde, in einer ihm beliebigen Stunde *) Safet wird in der Bibel nicht erwähnt. (5« hat eine hohe, schöne Lage wenig« Stunden nordöstlich vom See Generaretb oder Tiberia«. Der Ort wird, wie auch Tiberia«, von den Juden heilig geachtet. Außer dem Unglücke durch Erdbeben, dessen hier Erwähnung geschieht» hat Safet im Lauf« diese« Sommer« dovpelte Plünderung erlitten, juerst von den Drusen. und nachdem diese sich rurückgejvgen auch noch von den Aegyptern. Die J«raeliten von Safet, unter denen sich viele Deutsche befinden, waren in Folge diese« neuen Unglück« in der äußersten Noth. Am südlichen Ende de« See« Genrjareth; e« hat seinen Namen dem Kaiser Tiberiu« iu Ehren erhalten. Mehrere Jahrhunderte lang blüht« dort, nach der Zerstörung Jerusalem«, eine jüdische Gelehrtenschulr.