Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 2/3 (7.1838)
- Date
- 1838-07-01
- Page
- Seite 87 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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87 - Monate unter freiem Himmel ohne Zelt zugebracht, und bedürfen zu ihrer Beköstigung nur etwas weniges Brod und Käse, oder ein paar Zwiebeln, Oliven u. dgl. Sie führen eine rothe Fahne uud darin eine weiße Hand. Reben diesen kriegerischen Eigenschaften sind sie bei aller ihrer Rohheit und der Unwissenheit in den «intern Klassen, ein gastfreies und fleißiges Volk. Nicht nur wird jeder Reisende, der als Gast kommt, mit aller der Aufmerksamkeit behandelt, welchenach morgenländischen Begriffen, das Gastrecht erfordert, sondern Flüchtlinge, die bei ihnen Schutz suchen, werden geschirmt und ihr Land war von jeher ein Asyl für alle benachbarte Völker. Die Drusen lieben zwar, wie man leicht denken kann, die Jagd, beschäftigen sich aber daneben fleißig mit dem Ackerbau; auch treiben sie Handel. Sie ziehen Wein, Oliven, Tabak, Seide, und letztre ist ein Hauptgegenstand ihrer Industrie. Mit dieser von ihnen gewonnenen Seide treiben sie Handel, sowie mit Oel, Baumwolle, Manna, Galläpfeln, Seife, Pomeranzenschalen und Waizen. Die Sprache, deren sie sich bedienen, ist die ara, bische. Ob sie aber, wie auch andre Bewohner Syn'ens, daneben noch eine altsyrische (aramäische) Mundart kennen, ist nicht hinlänglich erwiesen. ' Die Religion der Drusen ist in .geheimes Dunkel gehüllt. Mit großer Leichtigkeit nehmen sic in dem Verkehre mit andern Völkern und in der Nachbarschaft ihres Landes die Gebräuche anderer'Religionen an, besonders die deS MuhamedaniSmus, welchen letztem sie zum Schein und äußerlich bekennen, ungefähr wie die Zigeuner die Religion des ^ndes, in dem sie sich aufhalten, dem Namen nach anzunehmen pflegen. In ihren Religionsgebräuchen befolgt die große Menge der Hauptsache nach die Vorschriften deS Muhammedanis-