Mannheim
Compact Memory

Das Morgenland · 1838-07-01 · 2/3 (7.1838) · p. Seite 75

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
2/3 (7.1838)
Date
1838-07-01
Page
Seite 75 (sequence 45)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4872516-5427189-5427222--0113-4872607
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

7L von Landpflegern, welche nun über das ganze jüdische Land gesetzt waren, nur mit der Einschränkung, daß, vom Jahre 53 an, die nordöstlichen Provinzen dem Könige Agn'ppa II. eingeräumt waren. Die Namen dieser sieben Procuratoren, wie sie nacheinander in Palästina auftraten, sind: Fadus, Tibenus, Cumanus, Felir, Festus, Albinus und Gessius Florus. Die meisten derselben behandelten das jüdische Volk mit Grausamkeit und Verachtung und trugen einen großen Theil der Schuld an dem Unglück, das mit Riesenschritten gegen das Land heraneilte. — Wir treten hier nicht in das Einzelne ein, weil die Geschichte des Untergangs der jüdischen Nation und der Zerstörung Jerusalems unS ein anderesmal beschäftigen wird. Für jetzt machen wir nur aufmerksam auf die beiden Landpfleger, deren in der Apostelgeschichte (Kap. 24 und 25) Erwähnung gethan wird. Der Apostel Paulus war in Jerusalem von dem bcfehlshabenden römischen Obersten in Gewahrsam genommen und nach Eäsarea an den Landpfleger Felir geliefert worden, um ihn dep Wuth der Juden zu entziehen. Felir, nach seiner wenig rechtschaffenen Art, gab Paulns nicht los, obschon er dessen Unschuld wohl kannte; er hoffte auf Bestechung von Seite der Cbristen, nnd wollte,-selbst bei seinem Abgänge aus der Provinz, sich noch den Juden dadurch gefällig machen, daß er den Paulus gefangen seinem Nachfolger Festus hinterließ. Dieser nahm sogleich die Sache vor, Paulus aber, um nicht in Jerusalem gerichtet zu werden, appellirte an den Kaiser, weshalb ihn Festus nach Rom sandte, obschon er, gemeinschaftlich mit Agn'ppa, anerkannte, daß aufPaulus keinerlei Schuld hafte. Weil aber dieser auf den Kaiser sich berufen hatte, so war es unumgänglich, ihn nach Rom zu senden, wo er endlich des Märtyrertodes starb.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.