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Das Morgenland · 1838-07-01 · 2/3 (7.1838) · p. Seite 57

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Journal
Das Morgenland
Volume
1 (1838)
Issue
2/3 (7.1838)
Date
1838-07-01
Page
Seite 57 (sequence 27)
Language
German
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57 muthlich darin, daß rbcn unsere Geschichtskenntniß, besonders was die bestimmten Zahlen betrifft, sehr mangelhaft ist. Eine solche Tafel scheint nun sich anheischig zu machen. Alles mathematisch genau anzugeben, während doch eine solche Genauigkeit so gut als unmöglich ist. Auf dieser unserer Karte sind die meisten Angaben, mit Ausnahme der Regierungszeit der römischen Kaiser, mehr oder minder schwankend. Die Thatsachen sind fest, aber die Jahreszahl ist bestritten. Daß, um ein Beispiel an« zuführen, der Landpfleger Pontius Pilatus der Nachfolger war des Valerius Gratus, ist anerkannt, aber ob Pilatus sein Amt angetreten habe im Jahr unserer Zeitrechnung 25 oder 26, oder, wie andere meinen, erst im Jahre 28 — das ists was schwankt, und worüber meistens schwer, oft unmöglich ist etwas Sicheres zu bestimmen, weil die Zusammenstellung der verschiedenen Angaben der alten Schriftsteller nicht zu einem unumstößlichen Resultate führt. Sollten wir aber darum, weil wir manche Jahreszahl nicht bei einem Jahre auf oder nieder verbürgen können, überhaupt Verzicht leisten auf diese so zweckmäßige und unterrichtende Darstellung der Geschichte? Wir denken, Nein. Wollte man es eben so genau nehmen mitten geographischen Karten, und wollte man überall keine entwerfen, eS sei denn, daß man jede angegebene Entfernung, oder Wendung eines Gebirges, oder Krümmung eines Baches verbürgen könnte, so würden wir selbst von bekannten« Ländern keine KaNen haben, nicht einmal zu reden von den entlegenern Welttheilen. Und doch sind gerade für die fremden Länder die Karten am nothwendigsten, und ohne Unwillen läßt man es sich ge« fallen, wenn ein kenntnißreicher Reisender etwa von einem Berg oder See im Innern Asiens bemerkt: »gewöhnlich wird er auf den Karten zu viel nördlich oder

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