Das Morgenland
- Journal
- Das Morgenland
- Volume
- 1 (1838)
- Issue
- 1 (6.1838)
- Date
- 1838-06-01
- Page
- Seite 7 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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7 wieder aufrichten werde, wies er in die Schranken der ehrerbietigen Ergebung und nach einem Menschenalter sank das Heiligthum Israels in die Trümmer, in denen es heute noch liegt. Das Reich aber, das die Jünger erwarteten, war nicht nur nicht aufgerichtet, sondern die Erwartung der baldigen Wiederkunft de- HErrn, welche in der ersten Zeit der Ehristenheit allgemein und lebendig war, wnrde auch dermaßen auf die Probe gestellt, daß schon Petrus (2. Petr. 3, 4.) de« Spotte derer entgegen tritt, die da sagen: Wo ist die Verheißung seiner Zukunft? Wenn nun aber schon nach Abrahams Tode seine Nachkommen aus dem Lande der Verheißung verbannt schienen, so ist dennoch dieses Land von ihnen eingenommen, von ihnen bewohnt, und ihr eigenes Land geworden, an das sie bis heute ihr altes Recht weder aufgegeben noch verscherzt haben; wenn schon nach Mose'- Tode daS Gesetz umsonst gegeben schien, so ist dennoch im Laufe der Zeit keines unter "allen Gesetzen der Welt je so strenge und gewissenhaft befolgt worden als dieses, und heute noch hat dieses Gesetz unter allen Himmelsstrichen einzelne Bekenner, welche lieber den Tod leiden, als ein Jota desselben übertreten würden;<"ja selbst unser HErr bezeugt uns, daß eher Himmel und Erde zergehen, alS daß zerginge der kleinste Buchstabe, oder ein Sttichlein vom Gesetz (Matth. 5, 18.), und die geistige Erfüllung eben dieses Gesetzes ist die erste Frucht des lebendigen Ehristenglaubens; wenn schon nach David- Tode sein Thron zerspalten wurde und bald äußerlich versank, so ist dennoch in dem großen Sohne Davids, dem Messias, dieser ftin Thron erhöhet über alle andre Macht ütid Herrschaft, und sein Reich ist ein ewiges Reich;