Der nationaldeutsche Jude
- Journal
- Der nationaldeutsche Jude
- Volume
- 1931
- Issue
- Nr. 1 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/6682492-5438690-5438878--569-4871753- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
■1 ||!»" WWMWWWWWMP au in m Bankgeschäfte zu emem stattlichen Vermögen. Sein Bruder leinnch. der ihm nach Frankreich folgjle. liefe sich dort aturaiilieren. wurde Leiter ^der tlanciuel de Inaris et des ’ays-bas und ganz Franzose. Bejde Prüder Bamberger anden in verwandtschaftlichen Beziehungen zu dem angehenen Banthause Biichoffsheim und damit zu dem de. .»inten Türten Hirsch, einem der ersten ganz grofeen Millionäre. Ludwig Bamberger lehrte' nach Deutichland urück, redigierte im Winter 1870/71 in Versailles für ,i Fürsten Bismarck ein in französischer Sprache ickseinendes Blatt, das für uns Propaganda machte, verwarf sich aber später mit dem Fürsten, mit dem er im Zchstag Auseinandersetzungen hatte, die von seiner Leite , it spitzem Florett, vom Fürsten zu,sehr mit Zleulci,schlagen eiührt wurden. Ludwig Bamberger >par ein tennlnisl.scher Mann mit den besten Formen, ein feiner Verstand.! atnals schon kränklich/ ging er in den duntlen Herbsttagen ,-weilen, auf meinen Arm gestützt, um hie Rousseau 3nicl ,d um den Goldsischteich im Tieräarteni." Bülow erzählt dann weiter, da» Bainberger der erste .. der ihn auf einem solchen Spaziirgang aus den damals der Kolonialabteilung beschäftigten H e l f f e r i d> auf. ... iljain machte. 3n solcher Weise wprlle >ein Antitcmit idiierlich von einem Juden sprechen, zumal kein Antisemit, des. wie Bülow in diesem seinem Buch, von den meisten Pünschen, über die er spricht, viel eher die schlechten als die um.'» Eigenschaften heroorhedt. Tie beiden anderen jüdischen Milbürger, mit denen ihn ieiii Amt in! Beziehung, brachte. Albert Ball in und Jintbenau; werden, was Wunder nimmt, imr beiläufig eraahnt. Sie scheinen jedenfalls nicht zu denen zu gehören, die! ihn verlieben, als er beim KaiiP in Ungnade gefallen war, und das hat der Fürst dem Direktor der Hapag zu ganz besonderer Ehre angerechnet, rdgil ja gerade der auf leine guten Beziehungen zu Wilhelm II. auch nach Bülows Siurz das größte Gewicht gelegt ha . Er unterläfet es auch nicht, das Bild Ballms zu veröffe irlichen. obwohl er die bedeutende Rolle, die Ballin bei dem Versuch der "Besserung unterer Beziehungen zu England während Bülows ttanzleridutit und noch einmal, als Bethmanh Hollweg schon Reichslanzler war. gespielt hat. nicht zur Geltung kommen läßt, areilich weife ich nicht, ob auch die Auswahl der zur Illustration der Denkwürdigkeiten dienenden Bilder vom Veria;fer oder vom Verlag getroffen worden ist. Ein anderer Beweis dafür, dafe I ihm antisemitische Gefühle fremd waren, ist sein Verhalten wahrend des Dreyfufe- Prozesses. Er erzähll, dafe M a l o r d a von Mensenbug. mit der er und seine Frau sehn eng befreundet waren, und die sich immer tapfer gegen jedos Unrecht, das in der A'elt geschah, empörte, ihm geschrieben habe, sie würde an ihm irre werden, wenn er nicht den wahren Schuldigen angäbc. Er schreibt weiter: „Ich hielt es für eine Pflicht der Menschlichkeit und >-r Klugheit, das Los des unglücklichen Dreyfufe nach üiöglichteil zu erleichtern. Dagegen hatte ich keine Ver -mlalsung. Esterhazy zu denunzieren, schon, weil eine iegicrung, die ihre Agenten odler Spione preisgibt, werlich wieder solche findet." I 7m der Budgetlommission erklärte er aufs aller be iimtefte. dafe zwischen Dreyfufe und irgendwelchen deutick Organen niemals Verbindungen oder Beziehungen irgenda>. 'er Art bestanden hätten. Dafe «hm aber die Staats- I ülow und Rcrzl. n dem vorstehenden Aufsatze ioerden auch die Be¬ Zi ngen des Fürsten Bülow zu Theodor Herzl er hnt. In diesem Zusammenhangs dürfte es interessieren, w> öerzl seihst sjch über Bülow geäufeert hat. Die Bekanntick zwischen den beiden Männern wtzrde durch den Grafen sbr iburg <„Phili") vermittelt. Büliao scllte Herzl dann in. r Kaiser Wilhelm II. vorstellen, dt mit tiefer den Sultan su >ie damaligen zionistischen Pläne interessieren und der V iligung eines „Charter" geneigt timmm könnte.' Was v iy seinen „Tagebüchern" ü!»er st ine verschiedenen V mungen mit Bülow erzählt.. ist aufeerordentlich wo iieristisch für die Persönlichkeit Ällowss und gleichzeitig iü> crzl selbst, dessen Kunst der richtigen Menschenbeurteilung u» der sinnfälligen Darstellung in dieen Schilderungen klar hc. »tritt. >on der ersten Begegnung mit Bülow <18. September IL schreibt Herzl (II. S. 119/120),: Bülow empfing mich in seinem Wohnzimmer bei offenen 'fem — er war eben erst angelairgt. Er kam mir mit l reibender Liebenswürdigkeit entgegen, tt habe schon viel f.:i mir gelesen, freue sich, mich kenmnzulernen usw. Da wurde ich schwach. Eulen bürg, der mich kühl erade wi t raison verbog mehr für empfunden. Das «am in Maimoa von Mey,endug und die sie mir zeigte. Sio io konnte man docy zwijlye über die Dreyfufe A,fare h<> >a der Anli>einirismus wa^ Dem Zionismus lehnend gegenuver. S ludiicheit Glauoens, der >ich Buiows erneute, erzählt leiten erschienenen Buch: mann" bei der Wiedergp 9iorderney stallgehadlen Theodor Herzl zwei zionistische Bewegung zu gedens: „Bei aner Anert Ilelleriickfen Begabung des vruasooite äuycre Erichech geblieben, vermochte" — Zionismus temen Ge schm offenen Sinn für den D faminengcpferchten Juden sogar in eliiem Gespräch bewirkt haben, dafe gera Berhältni»en befindliches gebildet hat: aber es w eine Masienaniiedtung in . vermöchte. Wie leicht tönf, in die Eharybdis kommen „Ich habe nicht leitet so unfruchtbares Land Ipricht gegen den zianist. — woraus ich l>r. Herzl auch nicht viel einzuwei der Zionismus höchste» die Wohlhabenden und (. zur Auswanderung uad > Schnorrer aber ei, g r ü ir d u n g und nichs deutschen Juden schichte und durch ihr und Zähigkeit gelragei.. schafts. Geistes- und K l a n d verknüpft, a . tonnten, in ein aussichts o sich hineinzustürzen. Er verschliefeen, dafe der werden solle — und z noch immer sei er der herigen Mifeerfolge ehe: Heil erwachsen könne, , samer Schwärmerei und wägungen geleiteten Au Meeres." Gerade aus diesen 'i geht aber deutlich hervor.; die deutschen Juden seien sondem dafe» er vielmehr ihrer deutschen H Krrltur verwurzelt, i liefeen. pleyfufe zü tun, hat er schmerzlich .er anlwort zum Ausorua, die er gab, mit jder ich ve,reunoet war, voriicylig >ie auch aoge,agt war, n den gelten die liefe Empörung ausieien, deren we>eiitlich>te Wurzel freilich stand er durchaus abg in und Münz, ein Journalist oes ganz be>onoeren Wohlwollens feinem iurz vor den Deniwüroig Buiow als wtensch und «iaarsve. einer im Soininer 1904 in ^nlerhaltuiig mit demurjten, dag veriuchl l>abc, Bülow für die zewinncn. Beioe Maie ganz ver ilnung der hcrvorragendeil fchrift nunmehr Verilorbcncn, beijen ein ung dem Kanzler in Eriiiiierung >o fchrcivt Münz —, „dreier dem avzugewinncn." Buiow halte ^ack. uiuec dem die in wiassen zu- D'stcuropas lebcn,^ ja er >ua>le )en Ur>aa>eii »achzufor>chen, die es im Osten solch ein in troittosen südliches Proletariat >ich herausihm leineswegs einleuchlech dafe Paläitina diesen Zuilano zu heilen len >o die Jude» von der Lcyllg en« s hrt empfangen hatte, trat ich unb klar. Bei Bülow steiler und bemühte mich zur Sache zu reden Schwäche, hervorgerufen Rach der Unterredung ete kerce et roule. Bülow macht nicht etwa eines norddeutschen stellenweise beinahe süfe. das neue eiserne der Bis schlank, aber nicht stramnj weichen Au^en, kleinem rasiert: Habitus eines fchied genommen hatte. Hat offenbar auch-fünstleP! Unsere Unterredung ein straffes politisches Hundertsten ins Laufendst Zionisnms wurdejeam a: wäre richtiger: dagegen r politischen wenig die Red! alte: wer J ", bemerkte der Reichskanzler, „ein zeiehen wie Palästina. Schon dies scheu Zulunftslraum. Dazu kommt lein Hehl machte, und worauf er liden wufete — die Erwägung, dafe s die Enterbten, keineswegs aber thebildctcn unter den Inden Europas Palästina zu bewegen vermöchte, n e n > i ck> nicht zur Staaten einmal zur Kolonisierung. Tie zsiinal wären durch ihre ganze Ge von nicht gewöhnlicher Begabung s Eingreifen in das deutsche Wirtmstleben z u sehr mit Deutschs dafe sie das Bedürfnis enipfindcn ses und ufrrloies Palästinawagnis wolle sich nicht der Anschauung!>>ot der östlichen Juden .gesl^iert »nächst von jüdischer Seile — aber Meinung, das; ihnen trotz der bisr durch Besiedelung in Argentinien isls durch den mehr von empfindkeineswegs von zweckdienlick>cn Er- »blick nach den Gestaden des Toten Aeufeerungcn gegen den Zionismus dafe Bülow nicht der Ansicht war. Fremdkörper im deutschen Voll, glaubte, sie wären so se st mit imat und der deutschen dafe sie sich nicht mehr verpflanzen entschlossen entgegen, redete eisem iburde ich leider ein eitler Schriftl> mehr, mots zu schleifen als ernst Das war einfach ein Anfall von durch sein charmantes Benehmen, te ich dl^s Treppengefühl, d'avoir tjcn Eindruck des Preufeen, sondern Oesterreichers: glatt, verbindlich, äher vieux jen der Diplomatie als Mrckschen Epoche. Er ist grofe und ein freundliches Gesicht mit eher blondgraueiitz Schnurrbart, sonst n Leutnants, der früh seinen Ab il ihn die Gamaschen langweilten, ische Neigungen ... char leider tnehr eine Plauderei als Gespräch. Es ging auch vom e: der antisozialistische Teil des »sführlichsten besprochen, nmtändelt war vom orientalisch kolonialen und