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Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V. · 1924-04-01 · Sondernummer (1A) (April 1924) · p. Seite 8

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Journal
Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
Volume
1924
Issue
Sondernummer (1A) (April 1924)
Date
1924-04-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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unck Wir geben dem nachfolgenden Schreibe« Zeises der demokratische« Part« ««gehörigen Mitglieder, . da« «Ir Learnttr und auf unserem Tätigkeitsgebiet durch energischer »aftreten in der Jugendarbeit sein Bolldentschtum vielfach erwiesen hat, gern Raum, zumal er un» Gelegenheit gibt, hon neuem einen vielvrrbreiteteu Irrtum richtigzustellen Wir habe« stet» zum schärfste« Ausdruck gebracht, daß wir al» Verband parteipolitisch döüig neutral find und besonderen Wert darauf legen, Uationälaeftnntr Angehörige der verschiedensten Parteien zu unseren Mitgliedern zu zähleL Neutralität heißt je» doch nicht Uninteressiertheit. Wir lasse« jedem unserer Mitglieder da« Recht, sich auch parteipolitisch in der^ Form z« betätigen, die ihm von seinem persönlichen Standpunkte aut» für Deutschland zweckmäßig erscheint. Senn gelegentlich die persönliche .parteipolitische Anschauung eines Mitglieder, um den Ausdruck de» Einsender» zu gebrauchea, auch in einem für da» Mitteilungsblatt geschriebenen Artikel „durchschimmert", können wir die Neutralität. nicht bester wahren, als indem wir auch dem Angehörigen einer anderen Partei das Wort,erteilen. Al» Verband identifizieren wir qn» weder mit der einen, noch mit der anderen politischen Anschauung, Die Schriftleituug. An den . Vorstand des Verbandes nationaldeutscher Juden. Wir haben unS in, unserem Verband schon mehrfach über das Thema unterhalten, ob die Zugehörigkeit zu gewissen Parteien die Mitgliedschaft ausschließe, und haben das mit Recht versteint. Jeder, sei er -rechts oder links stehend, kann bei uns Mitglied werden, wenn er nur in nationaler Hinsicht rein deutsch deiikt und fühlt und wenn er seist Deutschtum in allen nicht ausschließlich religiösen Fragen über ein ihm etwa noch anhaftendes jüdisches Stammesgefuhl stellt. Unser Programm ist damit klar umrissen, und deshalb habe ich es begrüßt, daß unser Vorsitzender bei unserer letzten Mitgliederbesprechung im Roten Hause ausdrücklich bestätigt hat, der Verband identifiziere sich in politischer Hinsicht nicht mit Major Anker, als ich unter dem Beifall eines Teiles der Anwesenden mit den Worten des mir sonst gewiß nicht sympathischen vr. Klee sagte: „Von Major Ankers politischer Anschauung trennt mich eines unüberbrückbare Kluft." Demgemäß erscheint es mir als ein Schritt vom Wege, I wen» in unserem Mitteilungsblatt aus der Feder deS .Herrn! vr. Breslauer ein Leitartikel, d, h. also »in Artikel, dost kW 'man annimmt, daß er di« Stellungnahme unstretzLerdgjrdßs zu den Vorgängen in der Versammlung im Lo«»han> PoeMm soll, erscheint, in dem die politische Harteieichünm dss Verfassers doch zu deutlich durchschimmort. Wir stutzen in dem Artikel manche Redewendungen wieder, die wir D«,ekra1rn sonst den Deutschnationalen zum Vorwurf machen, so den nach meiner Ansicht sich selbst widersprechenden Satz von der „Wiedererweckung dB Geistes der Wehrhaftigkeit" trotz der zugegebenen „Aussichtslosigkeit bewaffneter SÄbfthUfe", dir in diesem Zusammenhänge bedenkliche Verwendung deS Wortes „national" (an einer Stelle heißt es sogar: „richtiger" nationaler Geistl) und die Unterstellung der „Unterwürfigkeit in» jeden Preis", ferner daS Spötteln über di« Sorge, daß die „Geschirrzertrümmerung" möglicherweise die Aufgabe der Regierung, mit England und Frankreich zu einem Ausgleich zu kommen, erschwere, usw. Herr vr. BreSlauer mag seine politischen Anfichten an geeigneter Stelle vertreten. Durch unser Verbandsorgau sollte aber nicht die an und für sich schon ia manchen Lensen unausrottbare Ansicht gefördert werden, daß wir politisch rechts orientiert seien. Wir können Mitkämpfer für unsere Ziele in allen Parteien finden. Durch solche Ausführungen an prominenter Stelle wird jedoch ine Gewinnung weiterer Mtglieder, die unseren kulturellen und nationalen Standpunkt teilen, aber politisch links gerichtet find, erschwert. Ich weiß, daß nicht allein die Zahl der Mitglieder unseren Verband stark macht, aber trotzdem wächst seine Bedeutung mit der Zahl und, wir müssen alles vermeiden, waS daS eigentliche Ziel unseres Verbände- (Kräftigung deS Deutschtums unserer Mitglieder, Erziehung der deutschen Juden zu jüdischen Deutschen, insbesondere deutsche Erziehung der jungen Generation) verschiebt. Wir werden die Masse der Zwischenschichtler niemals aufreiben, wenn wir uus selbst ganz unnötiger Weise in den' Geruch deS „Deutschnationalen" im Parteistnne bringen. Es darf kein Zweifel darüber bestehen, daß wir nicht nur den als Deutschen ansehen, der schwarzweiß-rot fühlt, sondern daß wir auch den schwarz-rot-golden Eingestellten als gleichberechtigt betrachten, sofern er nur zweifellos ein Nati^naldeutscher in unserem Sinne ist. Mit vorzüglichster Hochachtung vr. Simon, Regierung»- und Bolt-lvirtschastSrat.! Am 20. März d. I. verschied, in blüheßdem Mannesalter von einer tückischen Krankheit dahingerafit, da» Mitglied «ustres HauptvorftandeS Herr Zahnarzt Vf. Arno SeNgmann. Er war ein aufrechter, deutschsühkendcr^Mann, ein eifriger und pstichtgetreuer Mitarbeiter, ein unerschrockener, jederzeit zum ^Einsätze seiner ganzen Persönlichkeit bereiter Kampfgenosse, ein liebenswürdiger Mensch, dessen^ bescheidenes, zurückhaltendes Wesen die Zusammenarbeit mit ihm zu einer Freude machte. Wir werde» ihm stets ein ehrendes Andenken hewahren.> Der Vorstand j des Verband«» nationaldeutscher Juden. Vr. Naumann. vr BreSlauer. Verantwortlicher Schriftleiter: vr. Max Naumann, Tharlottenburg. — Druck: Rob. Rohd« G. m. b. H-, Berlin

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