Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1922
- Issue
- 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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zcheinung wie der Verband nationaldeutscher Juden ist! nicht sirit Satire allein abzutun. Es sollte uns zu denken I gebend dah heute so etwas möglich und dah weiten Kreisen s der Lentralverein zu jüdisch ist".! Breslauer Zrituug (Demokratisch)' S. 4. 22. Bericht über die Gründung der Ortsgruppe Breslau. schlesische Zeitung (Deutschnational) 6 4 . 22. ' Wie preslauer Zeitung. Hallesch« Zrituug (Deutschoölkisch) 7. 4. 22,! Abdruck des Berichtes über den Aufsatz j^Liegt Berlin in! i Deutschland?" nach der Täglichen Rundschau. Deutsch« Allgemeine Zeitung (Deutsche Volkspartei) 7. 4. 22. Abdruck einer Erklärung unseres Vorstandsmitgliedes' Dr. Breslauer gegen den unabhängigen Landtags-Abgeordneten Oskar Lohn, der im Landtag Hindenburg und Ludendorsf der .Feigheit" bezichtigt hat und dafür mit dem Ausdruck „jüdische Frechheit" belegt worden ist. Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland (Parteilos) 8. 4. 22. Abdruck einer Erklärung unseres Vorstandes gegen den! Abgeordneten Cohn und die ihm zugerufene Bemerkung > „jüdische Frechheit"..Dieser Zuruf trifft in diesem Falle doch so stark daneben, dag er: von der jüdischen Oef- ' " fentlichkeit ausdrücklich zurückgewiesen werden mutz... Wir! . j nationaldeulsche Juden sind der Ansicht, dah einem Manne! wie Ludendorff gegenüber die Achtung, auf die er sich > durch seine Leistungen im Kriege ein unerschütterliches Anrecht erworben hat, niemals außer Acht gelassen wer- : den darf. Wir haben diesen Standpunkt auch nicht aufgcgebstn trotz der betrübenden. Tatsache, daß Ludendorff sich ist seinen Kriegserinnerungen Anschauungen über die Rolle des Judentums im Weltkriege zu eigen gemacht hat, die er ... bei .. . Nachprüfung als törichte Hirn- ' gespinste erkannt hätte. Umsomehr dürfen wir dagegen protestieren, datz die rednerischen Ausschreitungen des Herrn Cohn vom letzten Dienstag wieder einmal als ,,„jüdische"" Frechheiten charakterisiert werden." Kölnisch« Zeitung (Deutsche Volkspartei) S. 4. 22. Aufsatz „Schicksalsgemeinschaft? von Rabbiner Dr. Emil Lohn (vgl. oben Jüdjscher Bote vom Rhein). Erwiderung > auf den Aufsatz „Ließt Berlin in Deutschland?" Jüdisch-! nationale Gcdankengänge mit starkem zwischenschichtlichem! Einschlag. „Za, vielleicht ist nichts in seiner Heutigkeit so eigenartig jüdisch als diese D op p.e lsei t i g k e i t des Lebens in mir, die ich garnicht wegleugnen will, ja der mit all ihren Schmerzlichkeiten und Zerrissenheiten meine tiefste Liebe gehört, meine Inbrunst und meine ganze gläubige Seele. In dieser — nun, meinetwegen — Zwitterhaftigkeit ist nur der verloren, der dem strömenden Leben so wundersamer Wirklichkeit mit dem blöden Entwederoder der Entscheidung entgegentritt." Nennt Naumann einen „Mann ohne Schicksal". Anschließend offener Brief Max Naumqnns an Dr. Emil Lohn, .. Mit Recht sprechen Sie von Ihre? Zwitterhaftigkeit, von den zwei Seelen in Ihrer Brust. Aber! ein Irrtum, eine gefährliche und tragische Verblendung l ist cs, wenn Sie meinen, dieses Doppelwesen müsse jedem eigen sein, der von jüdischem Stamme ist. Nicht ein Mann ohne Schicksal bin ich, aber «in Mann! von anderem Schicksal als Sie. Mein Schicksal, das mich ganzerfüllt, ift das des deutschen Volkes, mit dem ich unauflöslich verwachsen, nicht nur locker verkettet bin. In Zeiten höchster Not, wie der unsern, erweist sich, wohin der Mensch gehört, i Wer heute fähig ist, sein kleines Sonder-! oder Eruppenschicksal liebevollzu pfle- : gen, wer am Schreibtisch seiner Kabine mit schmerz-! ltchem Interesse an seiner Verinnerlichung arbeitet, wäh-! rend das Schiff vom Sturm geschüttelt wird, der mag j persönlich ein achtustgswürdigrr Mensch sein, aber für die Gemeinschaft der Schlffsinsassen ist er unbrauchbarer Ballast, ist er ein seltsamer und bestenfalls mitleidwerter Kauz, der sich nicht wundern darf, wenn er für seine Eigenart so wenig Verständnis findet, wie Archsmede» bei der Erstürmung von Syrakus. . . . Sie selbst kann ich nicht überzeugen, denn, was Sie sagen, wurzelt tief in Ihrem Gefühl. Aber in den Köpfen junger Menschen könnte . Verwirrung gestiftet werden und der Kopf meistert gar zu oft das Herz. Darum rufen wir nationaldeutschen Juden Ihnen zu: j„„Hände w«7g von unserer deutschen Jugend"". Junge Deutsche wollen wir erziehen. Ganzmjrnschen mit starken Fäusten und starken Herzen, nicht schmerzlich über ihr „„Schicksal"" grijbelnhe Zwitterwesen. . . Deutsche Tageszeitung (Deutschnational) S. 4. 22. Aussatz „Jüdische Frechheit", bei der Landtagsrede Oskar serer Protesterklärung. „. . Darstellung der Vorgänge Lohns und Erörterung un- Daran wird auch nicht das Geringste dadurch geändert, dah zahlreitye Juden in Deutschland solche zersetzende, niederziehende Kritik ebenso verwerfen wie Deutsche. Typisch für jüdische Eigenart sind eben nicht sie, sondern die viel zahlreicheren anderen Juden. Das zeigt sich auch darin, daß solch« Vorgänge ... von jüdischer Seite im Allgemeinen die nost wendige Zurückweisung keineswegs erfahren, dah vielmehr von dieser Seitjr vorwiegend versucht zu werden pflegt,: derartige unbequeme Dinge möglichst zu verschicke . . Wenn der Abgeordnete Oskar Lohn durch seinen niederträchti rn und zu vertuschen. gen Anwurf gegen Hindenburg und Ltzdendorff vielleicht Zehntausende oder stoch sehr viel mehr neue Antisemiten im deutschen Volke' schafft, so ist die Masse des Judentums -in Deutschland daran mitschuldig." Freiheit (ll. S. P. DZ S. 4. 22. - „Es mutz gelogen werden". Wendet sich gegen die rechtsstehende Presse. „National denken und empfinden, hieb für diese Herrschaften seit je: Die Wahrheit unterdrücken. . . Nun melde) sich aber in einer Zuschrift an die Press« auch der Verband nationaldeutscher Juden und wagt es in einer Form, die von großer politischer Beschränktheit zeigt, gegen die Ausführungen des Denossed Dr. Lohn zu polemisieren. . . . Wer den Landtagsbericht aufmerksam gelesen hat, wird wissen, datz dieser hysterischen Entrüstung der nationaldeutschen Juden jede Berechtigung fehlt. Die Rede Dr. EohnS war von einer geradezu mustergiltigen Sachlichkeit getragen. ... Wir wissen nicht, ob die nationaldeutschen Juden durch ihr Auftreten die Freundschaft des Herrn Wulle gewinnen wollen. Geistig gehören sie jedenfalls in dieses Lager. . ." Münchener Neueste Nachrichten (Demokratisch) 11. 4. 22. Ausführlicher Bericht über d« Gründung der Ortsgruppe München und das Referat de» Vorsitzenden Dr. Llumenfeld. . Jüdisch« Nnudschau (Zionistisch) 11: 4. 22. „Zionismus, Judentum und! Deutschtum. Prinzipielles zum Artikel Max Naumanns" von Dr. Kaznelfon. Die üblichen Gedankengänge „. .j. . Es ist völlig überflüssig, gegen eine solche Denunziatidn der Zionisten als Staatsfremde auch nur ein Wort jder Polemik zu verlieren". (Der Artikel ist 4 volle Spalten lang!) Anklänge an die jüdischnational gefärbte ZistsschMchichtlerei der zionistischen" Regierungsräte uiw. ,L»n den Auseinandersetzungen mit Gedankengängen, wie sie etwa Hermann Cohen und .... neuerdings Jakob Wassermann ver- 6