Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Journal
- Mitteilungsblatt des Verbandes nationaldeutscher Juden e.V.
- Volume
- 1921
- Issue
- 1 (September 1921)
- Date
- 1921-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Einstein Rummel. Sine Lheork, sch«« verständlich selbst für dl« beste» um« den Ifachleuten, — »in« wiffenschaftlich« Lat, d««n praktisch« Folgen für da« lieben d« Menge in kein« Weise erkennbar ««den! Und dennoch «in Getrommel und ein Geschrei» als sei es d« Ehemi« gelungen, märkischen Gand in Sinmachezuck« zu verwandeln oder aus vorjahrlgem Laub brauchbar« Kleidettuch« h«zustell«>. Macht Einstein, desse,, wiffenschaftllch« Leistung ich nicht zu beurteil«, , vermag »nd deffea Bedeutung sch ganz gewiß nicht verkltinern will, eine i Ausnahme von der Regel, daß der Prophet arichts in seinem Vattrland allt? Od« regt sich da» Bedürfnis nach Helden-Derchrung ihm aegenub« deshalb so stürmisch, «eil, um einmal im Ton der »deutschv-ikiMen" Press« p> reden, dies« Prophet dem alten Testame« angehött? Geien wir ehelich, — das ist di« Quell« für einen erhebliche« Teil seine« Maffenruhmes. Dir gleichen Leut«, di« empört find, wen» Aytisemltc» nach einem Falschmünzn-Prozeß, in dem 90 von icx) d« Angeklagten Inden war«», m sich«lich unberechtigt« Verallgemeinerung sagen: ^Dt« 2ud«n sind ... ", di« gleich«,, Leme jubeln, wenn fi« von Einstein sprechen: „Wir Jude» habe« wieder einmal der Del»' den Messias geschenkt!" Und die Rückwirkung? Fast überall, wo ich mir christlichen Freunden Gelegenheit Han« üb« Einstein >u sprechen, sand ich Abneigung und tirichte Verkleinernnassucht vor, — so töricht, daß mir «in Mathematik« von Fach sagt«: »Emstein, —- mein Gott, das sind I .doch alles nur Theorien!". Als ob das kopernikanisch« Weltsystem eia« Tatsache und kein« Theorie wäre! — Ab« ob sachlich berechtigt od« nicht» dies« Neigung, Einstein'« wissenschaftlich« Leistung herab» - sehen» wird psychologisch verständlich» wenn man hat Geheul der« Hort, die nicht m»d« ««den, zu ruseu: »Ich versteh« zwar di« Relativitätstheorie nicht, ab« ich bewynder« sie maßlos." — Daß dl« Zionisten, zu denen Einstein sich bekennt, seinen Ruhm propagandistisch ausnützen, ist begreiflich und entschuldbar. Ab« was zwingt Such, di« Ihr gekränkt seid, wenn man Euch .Zwischenschichtlei" nennt, dazu» ihnen Vorspann zu leisten? Seid Ihr in die gleichen Verzückungen geraten, als di« Mendel'schen Dtrerbungs-Throrien oekannt wurden, die vor den Einstein'schen jedenfalls den Vorzug haben, auch dem Laien verständlich zu sein? Fühlt Ihr nicht, daß Ihr Euch lächerlich macht, wenn Ihr vorgebt. Such an abstrakten Formeln zu begeistern, die unter Tausende» nur eine» »ersteh«^ Begreif» Ihr »ich«, daß Sur« christlichen Mitbürg« sich mit Widerwillen von diesem Schauspiel abwendea müssen, das Ihr ausführt, nicht «eil Etastei» eia «roher Gelehrter, sonder« «eil dieser grohr ^Gelehrte »nfSllig «in 2»detst?l i Freunde Einsteins haben mir versichert, daß dieser selbst nicht' nur ein genial«, sondern auch ein sehr zurückhaltend« und bescheidener Mensch sei. Um so beklagenswerter ist der Reklamekulr, der mir ihm getrieben wird und durch den nicht nur der Glan» seines Namens ge-, trübt, sondern der Stellung d« deutschen Juden >in ihr« Gesamtheit geschadet unrd. Gogol läßt einmal einen sein« Helden sage»;: »Gewiß war Alerander ein großer Mann, ab« ist es deshalb nottbendig, Stühle . zu zertrümmern?" Es ist niemals geschmackvoll, seine Begeisterung dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß man Möbel entjweischlägt» ab« es ist besonders töricht, wenn es sich dabei um den Stuhl handelt, auf dem man selb« sitzt. ' Dr. Brun« Rosenberg. Kämpft mit uns! Der Retchsbund jüdisch« Frontsoldaten versendet unter obiger Aufschrift den nachfolgenden Mahnruf: t Das Slend und di« Trau«, dl« der Krieg in Tausend« und!Abertausend« gesenkt Hst, dl« Entbehrungen und Krankheit«»!, di« aus eingefallene» Wangen und schwächliche» Leibern schmerzlich« Sprache «den, dies alle« ist leid« an zu vielen Deutsche» nndruckslos vorübergegangen. Schrankenlos« Aufwand und Puh wache« sich breit, »rauen behängen sich mit glitzernden Geschmeiden, wo Tausend« »Sn Müttern um ihr« im Kriege gefallenen Söhnö «eine«. Vermögen werden für Schmausereien und Üppigkeiten verschleudert, wo Tausend« von Kinder« dahiNfiechen in bitterster Not. ' An diesem schmählichen Tun sind auch Juden beteiligt. Während di« «drückend« Mehrzahl von uns deutschen Juden die bar« Zell voll Schmerz üb« das Unglück des Vaterlandes in Einfachheit und Bescheidenheit durchlebt, versündig«» sich jene gegen der Stand« ernstes Gebot und belasten die deutsch« Iudenheit mit ihr« Schuld. Diesem schäudlchen Treiben und den Gefahren» di« et birgt, zu steuern, haben wir jüdische« Frontsoldaten, dt« wir mit unserem Leben nicht nur das Vaterland sondern auch die Ehr« des Judentums gedeckt haben, »in besondere« Recht. Wir werdea dies» Sh« nicht von einigen Sewiffealoft« besiedeln lasten. V,! Ihr ab», hi« Ihr tstft UN« fühl«, kämpft mir uns! Jeder wirke ernstlich in seinem Bereich«, auf daß ket» deutsch« Jude seinem deutsche« Vaterland« und seine» Judentum Unehre mach« zur hämische» Freud» boshaft« Segne». Ruft jenen zu: Hinaus auß den Gaststätten der Völlerei! Fort au« dem Taumel wahnwitziger Vergnügungen! Herunter mit dem eitlen Land! Zurück M Einfachheit und zum Lebensernst! s -> D«r Inhalt diesetz Aufrufes deckt sich durchwegs mit unseren Anschauungen. Wir empfehlen unseren Mitgliedern dringend, bei jeder sich bietenden Gelegenheit «nergtsch zur Bekämpfung der, gekmnzeichneten Mißständ« mitzurvirren. , I — Der Vorstand. X) Berbandsnachrichten. . r) VorstandI Der vorläufige Vorstand des Verbandes setzt-sich, wie folg», zusammen t x Rechtsanwalt Dr. M. Naumann, Vorsitzender ' Chefredakteur Dr, S. Breslau«, stell«. Vorsitzend« _ - Facharzt, Prof. Dr. G. Sinsbeeg, Schatzmeister — , Derlagsbuchhätckl« H. Goldschmidt, StbriftsShzo? Studienrat E. Osn« Facharzt GanitLlsra« Dr. A. Peyser j Rechtsanwalt Dr. F. Weinberg. _ D« gesamt« Vorstand wirb in der ersten ordentlichen Hauptversammlung, die für November 192t in Aussicht genommen ist, sein« Ämter zwecks Neuwahl nrr Verfügung stellen. . ' , 2) iveschSftsflelle: Wir bitten, alle Zuschriften, soweit sie nicht rein persönlichen Inhalt haben, an den Verband nationaldeutscher Ändert, Berlin W. z;, Blumeshof 9 zu richten. Zahlungen bitten wft auf uns« Bank- oder. Postscheckkonto zu leisten <st«h« den Kopf dieses Blattes). z) Organisation: Richtlinien und Normal-Satzungen für Ortsgruppen werden vom Vorstand ausgearbeitet und demnächst an die . Vertrauensleute in den einzelnen Orten versandt. Mitglied«, di« bereit find, dys Amt von Vertrauensleuten z« übernehmen, werden um Mitteilung gebeten. Über die in Aussicht genommenen Ausklärungs»«- sammlnngea, Vorträge und grftlltgen Veranstaltungen «geht Nachricht, sobald wir unseren Mitgliederbestand an den einzelne« Orte» einigermaßea übersehen können. Zur Zeit laufen noch fortgesetzt auf Geund unseres Aufrufes Ausnahmegesuch« ein, üb« die der Doestand zunächst Beschloß zu fassen hak Mitglied«, dir Vorschläge für de« Ausbau der Organisation zu machen haben ob« di« sonst bereit sind, ihr« Tätigkeit in Gestalt von Vorträgen, Werbe- und ,Büroarbeit dem Verband zu widmen, werdeu um Mitteilung gebeten. Insbesondere »«den auch jung««, in Berlin , wohnhaft« Mitglied« zur Entlastung der Vorstandsmitglied« gesuckir. 4) Ängrndgruppen: Dt« Schaffung von Jugendgruppen ist in Aussicht genommen. Nähere Nachricht folgt. Anrrgnngrn «wünscht.;) Werbearbeit: 4kn Mitteilungen von Anschriften solch« Persönlichkeiten, an dt« Wtstbematerial gesandt werden soll, «Kd gebeten. 2« Frage kommen «jsr solcht Personen, »oa deaea mit Veftlmmthelt angenorame» »»erde» »an«, bah fl« durchans «tuf dem Boden de« Verband«» flehe». » 6) Drucksache«: Wrrbemgterial, die Denkschrift gegen die Treibereien des Dr. Holländer (siehe den Artikel »Herr Dr. Holländer .führt an'"), sowie weiter« Eremplare dieses Mitteilungsblattes könne« von der Geschäftsstelle kostenlos bezogen werden. ' 7) MitteUaastzblatt. Kur» Beiträge für da« Mitteilungsblatt, s spät« zu ein« reatkmäßig «scheinenden Zeitschrift ausgrban» wrrdeu das soll, sind «wünscht, üb« die Aufnahme entscheid« der Schriftleiter, der sich auch Kürzungen und geringfügige, Änderungen vorbehält. Falls Zurücksendung des Manuskriptes im Fall« der Ablehnung gewünscht wird, bitten wir um Beifügung des Ruckpottos. 8) Beiträge, Mitgliedskarte«: Die Übersendung der Mitgliedskarten «folgt jeweilig, sobald daS Ausnahmegesnch vom Vorstand genehmigt ist. Zählkarten für Beiträge (J'ch^ksbenrag and freiwilliger Beitrag zu den GründuUnkosten) ««den beigefüg;. Di« Höh« der Beiträge wird von den Mitgliedern selbst bestimmt. Mindestbeitrag jährlich io M. /Dt« Mitglieder «erden gebeten, ihr« Familienangehörige«, soweit sie auf de« Boden des Verbandes flehen, -»« Beiett -u veranlasse»». Der Vorstand. t '! t ' '