Haḳedem
- Journal
- Haḳedem
- Volume
- III (1909)
- Issue
- 1/2 (März-Juni 1909)
- Date
- 1909-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German, Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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Zur Gwchichte dw Joden in Polen and Bauland. 23 Tage allda Jahrmarkt, und es kam unter andern ein Bauer dahin, der einen Juden Geld auf Eisen gegeben hatte, ׳welches aber letzterer aus gewissen Ursachen nicht ausliefern wollte. Der Bauer, welcher einen Söhn im Jesuiter-Colleglo hatte, gieng indessen zu ihm, und verlangte Beistand von ihm. Dieser nahm sogleich mehrere Studenten zu sich; und nun gieng es über die Juden her: nichts wurde verschonet, und man riss sogar ihr Bethaus nieder. Die Zahl der Erschlagenen, unter welcher sich auch Christen befinden, kann man noch nicht bestimmen. Der Herr Dzierzawca, dem die Verwaltung der Starostey anvertraut ist, hat zwar zu dem dasigen Rector geschickt, und um Satisfaktion angesucht; er hat aber zur Antwort erhalten, dass man bey itzigen Umständen dergleichen Sachen nicht verhindern noch bestrafen könne.“ In Nr. 87 (Donnerstagischer, vom 26. Julius) ist folgende Nachricht ״aus Pohlen“ (vom 12. Juli) enthalten: ״Die Juden befinden sich zu Warschau in sehr schlechten Umständen. Der Process, den sie seit geraumer Zeit mit den dasigen Kaufleuten und Zünften geführet, ist neulich in den Krongrossmarschalls Gerichten zu ihrem Nachtheile entschieden worden. Nach diesem Ausspruche sollen die Juden keine weitere Handlung und Gewerbe daselbst treiben, und nach hergestellter Ruhe sollen sie selbige Stadt gar räumen. Sie haben zwar alle Kräfte angewandt, um sich zu erhalten, und auch dem Könige 30000 Gulden und eine gleiche Summe Pflastergeld, wie auch eben so viel der Stadt angeboten. Es hat aber gar nichts gefruchtet. Das Geheule und Geschrey, als ihnen dieses schwere Urtheil vorgelesen wurde, ist nicht zu beschreiben; und wenn ihnen das Leben abgesprochen wäre, so hätten sie sich nicht ängstlicher bezeigen können. Doch vielleicht erscheint bald ein Glückstem für sie, der ihren Unruhen, worin sie sich gegenwärtig befinden, vielleicht bald ein Ende machen dürfte.“ Nr. 102 (Donnerstagischer, vom 30. August) bringt ״aus Pohlen“ (vom 1&. August) einen Bericht Uber die Pest, in welchem es heisst: ״Nioht weniger hat sich in Zolkiew, 3 Meilen seitwärts von Lemberg, ein starkes und der Pest völlig ähnliches Sterben gezeiget . . . Man schiebet die Schuld davon auf einen Juden, der mit an der Moldauer Grenze aufgekaulten Ledern die Seuche dahin gebraohtbaben soll: denn