Die Bne Briss
- Journal
- Die Bne Briss
- Volume
- 1936
- Issue
- Nr. 9/10 - September/Oktober
- Date
- 1936-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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kofmmen. Nirgends gibt es Reibungen zwischen den verschiedenen Nationalitäten, sondern alle arbeiten zusammen für das gemeinsame Wohl. Mr. Dubinsky, den Vorsitzende der ..Int. Ladies (iarment Workers l nion". wurde kürzlich in den Arbeitsausschuß der American Frderation of Labor, das' höchste Gremium ' der amerikanischen Arbeiterbewegung, gewählt. Mr. Sidm v Hillmanj der Vorsitzende der "Amalgamted Clothing W'orkers of America", wurde vom Präsidenten Hooscvelt zum {Mitglied der National Recovery Administration ernannt und hat in dieser Eigenschaft bis zur Aufhebung des' National Indtistrial Recovery Gesetzes Dienst geleistet. Diese beiden Gewerkschaften umfassen 340 000 Mitglieder. Überall in den Vereinigten Staaten bekleiden auch jüdische Arbeiter wichtige Ämter entweder in ihren Gewerkschaften oder in den zentralen Arbeitervertretungen ihres Qrtejs. In letzter Zeit ist die Zahl der jüdischen Arbeiter durch die allgemeine schlechte Wirtschaftslage gestiegen, aus dem einfachen Grunde, weil viele, die bis dahin ein kleines Gewerbe betrieben, dies aufgeben mußten, um Arbeiter zu werden. Auj dem Engtischen übertragen von Hr. R.-A .1. LCwenthai. Ein Blick in die jüdische Arbeit in Saloniki Von M. Bessantchi. Seit jt luT zeichneten sich die Juden in Saloniki, und zwar sowohl die seit dem tiefsten Altertum in dem Lande lebenden, wie auch die von der iberischen Halbinsel o< er »us den Zehtrallündern eingewanderten, durch ihre lebhafte Tätigkeit in allen Wirtschaftszweigen aUJ. Aber besonders nach der Einwanderung lein er sehr >eträchtlichen Zahl der aus Spanien vertriebenen Juden und Mammen in Saloniki gewannen die handwerklichen Bernte unter ihnen einen glanzvollen Aufschwung. Jahrhunderte hindurch trifft man un er Israeliten Zimmerleute, Ledurarbeiter. Stellmacher. Schmiede, Oelhersteller, Müller, deren Mühlen noch yon Pferden in Gang gesetzt werden, und Godarheiter." deren Filigranerzeugnis.se im ganzen Orent berühmt waren. Die spanischen Juden hatten lerner das Geheimnis mitgebracht, Tuch von hervorragender Qualität herzustellen. Sie benutzten hierzu ihre Websiühle aus Toledo, der berühmten spanischen Indiistricsjadt. Im 1(5. und 17. Jahrhundert wird Saloniki ein'richtiges Manchester des Orients. Die von den Israeliten, hergestellten gediegenen Tuche dienten zur Beklijidung des Janitscharenhecres: sie wurden nach allen vier Himmelsrichtungen des ottomanischen Reiches versandt, nach Rumelien. Kleinasien und bis in die entlegensten Punkte Bulgariens. Unter dem Namen jAbban" wurden sie auch ins Ausland und dank der großen Niederlagen in Marseille sogar bis nach deri Antillen verschickt. Der ganze Orient kannte (diese Tuche unter dem Namen "Selanik Tchohäsii'". Die Juden waren auch-in der Kunst der Herstellung von Teppichen iMantas) erfahren. Von den castilischen Juden wurde bei ihrer Einl . J . , Wanderung die Seidenindustrie eingeführt: Filetarbeiten und) Seidengewebe. -Wohl waren bei ihrer An¬ Saloniki in fast allen Städten, in denen grieprechende jüdische Gemeinschaften ' seßhaft eidenraupenzüchtercien vorhanden, die spaniden aber haben diese K.mst erst zu höchster Vollkommenheit entwickelt. kunft i eihisch waren, sehen 93 Dr. Max Die Juden in Saloniki galten auch als die besten Färber der Türkei. Der gelehrte Schriftsteller Moarachdam spricht in seinen Werken mehr als einmal hierüber. Die Israeliten aus Sizilien wiederum brachten die Kenntnis aller mit dem Schniiedchandwerkl und der Klempnerei "zusammenhängenden Berufe ins Land. Sie verfertigten ajle zum Ackerbau gehörigen Werkzeuge und sämtliche Küchengeräte, während das Fischcreigewcrbe von italienischen Juden eingeführt worden ist. ' ' Besonders muß hervorgehoben werden, daß in allen diesen Industriezweigen ausschließlich jüdische Arbeiter beschäftigt waren. Ebenso wurde die .Schwerarbeit der Auslader in den Häfen, der Lastträger und der Fuhrmänner von Juden verrichtet. Vom Anfang des 18. Jahrhunderts an begannen : Handel und Industrie unter den Juden Salonikis abzunehmen. Sie wurden ihnen zum großeii Teil von Fremden, die sich einflußreicher Protektion erfreuten und in jeder Weise begünstigt wurden, aus den Händen gewunden. Damals verbreiteten sich die Kleinbetriebe sehr stark unter den Israeliten; die große Mehrheit aber lebte während langer Zeit nur vom Handwerk. Die Handwerker bildeten Körperschaften deren Gestaltung durch rabbinische Vorschriften gei regelt war. — Die Tuchfabrikation, die in einer gü stigen Zeit das Monopol der jüdischen Gemeinscha war, nahm schnell ab und hörte gegen 18ä0 vollständig auf.*) Während der letzten Jahrzehnte der türkischen Herrschaft war Saloniki eine Stadt mit großer jüdischer Mehrheit geworden. Die Juden standen nicht nur im Handel an erster Stelle, sondern auch in allen Berufen und bei allen öffentlichen Arbeiten. Sie war^n Auslader in den Häfen, Bootsführer. Lastträger uijid *) Vergl. Saloniki. Josef Nehama: Geschichte |der Juden Min '«