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Der Orden Bne Briss · 1936-03-01 · Nr. 3/4 - März/April (3.1936) · p. Seite 30

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1936
Issue
Nr. 3/4 - März/April (3.1936)
Date
1936-03-01
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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nach vielen Richtungen umstellen: die Krankenschwestern- Organisation der Großloge "stellte ihre sämtlichen Pflegerinnen dem -Vaterlande zur Verfügung, die Logen richteten in ihren Räumen Vereipslazarettc hezw. Soldaten- . lieime ein. Auf Anregung der W. Rheinland-Loge. Köln, stifteten die R. B-Logcn in Deutschland den Vereins-Lazarettzug M. 3. Mit den vorbereitendeivArbeilen und den Verhandlungen mit dem Roten Kreuz und den andern zuständigen Behörden wurde Rr. Holländer betraut. Kr war es auch, der nach Abgang des Rr. Scltiirmunn von der Rheinland- Loge das' AmJ des Rechnijngsführers im Lazarettzug übernahm und es 3 Jahre lang bis Kriegsende inne hatte. - Leber die Leistungen des! Hne Rriss-Lazarettzuges hat Rr. Holländer vorbildlich ohne viele Worte zu machen, in Tabellen und Zahlen berichte^ L. Wie er über das Wesen der Loge, ihre Aufgaben und über die Qualifikation des einzelnen Rruders dachte, das hat Rr. Holländer auf der Grpßlogenlagung 1920 in seinem Referate dargetan. — Als Bne Rriss, meinte er, könnten wir unsere Aufgabe nur dann ausfuhren, wenn wir schon bei der Aufnahme eines Menschen die Ueberzeugung haben, daß ans ihm ein wirklicher Rrnder wird, den wir überall als Rruder präsentieren können. Nicht auf die Masse darf es uns ankommen. sondern auf die Qualität. Denn der Orden soll letzten jEndes eine Akademie sein für Charakterbildung und Führerschaft, für Gesinnungs- und Geistesbildung auf jüdischer Grundlage. — Die Aufgabe der Logen zur Erreichung dieses Zieles muß sein: die Erziehung und die Regeisterung auch des letzten Rruders für die Logenideale mit dem einen Gesichtspunkte vor allem, daß die Brüderliche keine Theorie sein darf, sondern praktisches Handeln 5j Aufcli auf anderen Gebieten hat Rr. Holländer die Bedeutung der Tat öfters betunt. Ihm, dem Soziologen, der sich seit seiner’ Studentenzeit mit jüdischen Fragen beschäftigte, konnte die migesunde Rerufsgliederung der Ju4en nicht entgehen. Fr trat daher öfters für die Rcrufs- - » den Monatsberichten Mai 1919. *) Beilage zu ') Verhandlungen 1920 <i.’( ff. t mschichtung ein, wie sie in unsern Logen'seif den Tagen c er Rrüder M. A. Simon und Gusta v T u c a propagiert u-yrde. Br. Holländer verlangte, daß die Logenbrüder micht nur den schönen Vorträgen über dieses^ Thema ztistimmten, sondern 'auch die gemachten Vorschläge in IVirklichkeit umsetzlen. Gerade die höheren Schichten ier Juden müßten in der Durchsetzung des als richtig Erkannten mit gutem Beispiel vorangehen. In.sein *r drastischen Art rief er den Brüdern zu: „Erst wenn d *r Parnes Meyerstein seinen Sohn wird Schuster würden lassen, wird der Schammes Müllerheim aufhören, seinen Sohn Arzt oder Anwalt werden zu lassen.“ ®) Das Thema „Berufswahl und Berufsum,Schichtung“ hat Br. Holländer wiederholt auf Tagungen der Logen und der Großlog« behan delt, wie überhaupt die wirtschafllic) e Existenz der Juden ständig Gegenstand seines Denkens und Sorgens blieb. Er war von der Ueberzeugung durchdrungen, daß man sittlichen Idealen nur dann nachstreben könne, wenn die materielle Existenz gesichert sei. Auf der Großlogcnlagung 1933 behandelte Br. Holländer im Anschluß an das Hauptreferat des Br. Großpräsidenten über „F'ragen des Ordens“ das Tnema „Innerer Ausbau der Logen“. Er tat dies mit der bet ihm gewohnten Gründlichkeit und Offenheit, so daß seine Ausführungen, de» Hörern Genuß und Nutzen brachten —Immer und überall, wo Br. Holländer das Wert ergr ff, sei es auf Tagungen der Großloge, sei es in Sitzungen des Gen. Kom. und des Geschäftsausschusses, dem er seit 1920 angehörte, hatte er das aufmerksame Ohr der BBr.: sie lauschten sejnen Reden mit Andacht lind Begeisterung, denn hinter ihnen stand eine denkende, warmherzige) Persönlichkeit, die abhold jedem Schlagwort und jeder Phrase, um Edles und Wahrhaftes ringend, ideale Forderungen an kicTi seihst und andere stellte. Rr. Holländer hat sein Wirken und Schaffen sub specie aeternitatis zu gestalten sich bemühl; auch das Andenken an ihn wird in unserer Mitle in ae t e.r n u m fortleben. <■ ■ 1 I *) Verhandlungen 1920 S. OH. Sitzung des Generalkomitees. Am 23. Februar 1930 fand die Sitzung des^Generalkomilees der Großloge safh Die -Mitglieder des Gerteral ^Komitees, ihre Stellvertrcjfer und die Vorsitzenden dei Lngepverbändc waren fast sämtlich zur Stelle. Die Sitzung wurde’ untrahmt von einleitenden Gedenk Worten des Br. Großpräfidenten auf verewigte Brüderi. namentlich auf die BBr. Holländer und Catzenstein, unJ von einem Schlußwort, |in welchem Br. Großpräsideut ganz besonders von der Pflicht für uns alle und von dem Gebote des Mutes und der Zuversicht -sprach. | Br.'Großpräsident und Br. Großschatzmeister erstatteten ihre Berichte, aif sie schloß sich eine eingehende Diskussion. In ihr wurden zunächst die Fragen besprochen, die die Logen selbst .und unmittelbar angehen. Fs wurde erörtert, wie es mit den Logen zu halten sei, bei denen die Möglichkeit einer Fortexistenz 'nicht gegeben ist, und es wurde-besonderer Wert auf die Erhaltung aller derjenigen Brüder gelegt, die logenwillig sind und infolge des Nichtarbeitens ihrer Loge unserer Gemeinschaft nicht entfremdet werden dürfen. . Die Frage der heuen Anregung bisher untätiger Logen wurde besprochen und insbesondere darauf hingewiesen, wie notwendig als nmue Beamte-Menschen mit Tatkraft - und jugendlicher Beschwingtheit sind. Auf .die in reichem Maße ausgeü^te 30 Wohlfahrtstätigkeit der Großloge und der Lögen wurde hingewiesen wie auch darauf, daß; in unsi ren Logen Geist und Tat einheitlich bewährt werden soller. E$ wurde allseitig anerkannt, daß die Tätigkeit der Großhfge und der Logen nur aufrecht erhalten werden kann,; wenn «alle Brüder sich auch ihrer finanziellen Verpflichtung gegenüber den Logen, und die Logen wiederum sich auch ihrer finanziellen Verpflichtung gegenüber der Großjoge bewußt bleiben.. Es wurde erwogen, wie unsere Beziehungen zu unsern ausländischen Brüdern unsern geistig strebenden Menschen und unserer Jugend nutzbar gemacht werden könnten. i über die eigentlichen Logenfragen hinaus wurde über Angelegenheiten allgemein-jüdischen Lebens) gesprochen. Der Standpunkt des Geschäftsausschusses gegenüber dem „Verband jüdischer Jugendvereine“ ,.wurde {gebilligt, die Aufmerksamkeit der Logen auf die Errichtung von Alterswohnhe!men gelenkt. . I Auch die Frage, inwieweit die Logen neben der Tätigkeit der Kulturbünde .eine Förderung vop Kpnst zur Auf-, gäbe haben, wurde erörtert. Mit besonderer Wärme und Entscl den Pflichten des Einzelnen gegen die vdruck gegeben. [liedenlieit wurde Gesamtheit Ausf

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