Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1934
- Issue
- Nr. 8 - Dezember (12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- Seite 108 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Pädagogik Von Br, Heinemann Stern (Berlin). Jüd.ische Pädaüosik i>t ein .Neues. Werdendes; eine] Aufgabe. die erst "erteilt werden konnte, ein Ziel, das erverwirklicht werden kann. nachdem Kr/iehung und l nlei> rieht hei den deut-cheu Juden in ihrer Ganzhcif auf eigene Fülle gestellt werden inuüten. Damit kann abtlr nicht die heute x> vielherufenc Autarkie gemeint seir Denn der unlo-hare Zti-amnieuliang der dcut-ciimi Juden mit der deuNchen Kultur hat nicht nur die cul-prechciHle Celtumr <!»-> detil-elteu Kirfturg'utein der jüdixdien Schuh* zur Folge. 'Oifdern erzwingt auch die >tandige Fühlui nalime mif dem pädagogi^dien Ge-ch^hen um uns. Ftilitungnahme kann nicht zur einfachen Chernnlipne -lens angemerkt. führen. Mindern wird in Meter \ti-einander-etzung erfolg und i»->«>fcrti die*e \ii»eiiiander-et/iing unter jihli-chem V-pekt xor -ich gehen null», wird das Frgelmis die *»•■ h»* *’ Pädagogik -ein. ' - . * W ie riiii* jiiili-ehe Sehlde heut«- an der I.ü-ung^ie-orx lelge-taltigeii und \ erw ick»!f«*n Anfgahe arheitetr d:>4 dar- /uMelh-n w.ar Siiuv und Zwi ck der ..Pädagogi-ehen Wjoeln*" "d* - P h » I a h i!i r o p i n * zu Frankturt a. M. \crii 2.1. i»i- Nim ende r. Nac h -urgJäftiger - und ir.'v, i!> auc h müiiM o!ha* \ orbereitung hol da-- I.ehrerkollegiiim <h*r ^altehrw iirdigen d»nt-eh'jüdi-#!ieii Hi1diing<—tütt<* .unter der I,eilnng^*eme- D i r -k. t * i r * Dr. Drie-en eine umfassende Schau dcif praktischen Schularbeit auf jedem I.inzelgebiet. von der Jan« <1 i.- iviehiiiitlligigeii Referate und Aii--pväthen zu den) "rund- - I -ätzhcheii mrd Iheoreti-clien Fragen \ orMießcn. Da^lit trug di*' \ eran-laltuiig auch di r crii-tcn Tatsache Rechnung. daß di*- jüdi-eliel.i hrer-i-haft auch im Bereiche der ..ni/iilrufrn" Pädagogik und Didaktik auf- «ich gestellt i«l. Deutsch* und Jiidkchc in Harmonie zu bfin. j\\ ic i|:cn. di« das Deutsche itn jiidi-clicn Kulturgut und umgekchr^' jüdisch*- Motive lAnl jüdische« Schaffen im dcut«chcu K|hlturkrci« in der jii*Ii«rlicn Schule dir Gegenwart zur Geltung kommen «oll. zeigte nicht nur der: Arbeitsplan d^r Woche, sondern fand schon in ib'iii wnhlgeliingcneii ly un-tAienil des -icr'tcii Tageunter dem Mottotd.-.Jiidischrs Erleben itn deutschen Kulturkrci«" sinnfälligen Ausdruck. jV on Gluck und Hätydei zu Xleiiilel—oliii-Barlholdy. von Berihold Auerbach zu Martin Buher. vomdeutsohcfi zum jüdischen Volk«- licdc gingen die Fällen, an« denen da« bunte B^ld des Kulturleben« der dcut«chrij Juden geweht i«t. Aus ijer Fülle der untcrrichtlichen Einzrhlarbieiuiigcii traten naturgemäß diejenigen in den Vordergrund, die der jüdischen Pädagogik 'heute Sonderaufgaben stelTen. wie Xeuhrhräisch. Palä’slinakiiude und vor allem Jiidi«che« im Deutschunterricht. Jüdische 'Rassenkunde. Synagogale Motive im Musikunterricht. Jüdische Motive in der Bildenden Kunst. Boteij diese Gegenständeim allgemeinen nur methodische Probleme, so kam heim Deutschunterricht in er-tcr I.inie das ideologisch“ Moment zum Durchbruch. Die eingehende Aussprache Zeigte heil aller Bereitwilligkeit zur Aufnahme jüdischen Geistesgutes in den DeuRchunterricht alter doch den klaren Willen zur Wahrung des deutschen Geistes im Deutschunterricht. Fine Besonderheit des Philanthropins ist .der Gesamtunterricht durch «len Direktor, in dem Schüler aus den Klassen Duiiita bi.« Ohertrrtia zu freier Aussprache vereinigt sind. — Die hei. solchen Tagungen iihliclic'u Ausstellungen zeigten’ vor allem die kiiiistlerischiMi und manuellen Lei-* stiiiigcn der Schüler, auch in den selhstgescliaffeiion Anschauungsmitteln. auf hoher Stufe, -r- Dali auch die soziale Arbeit all den Schülern Beachtung'fand, sei wenig- •I. \m Bande der cigriitlielrcn Schularbeit staudcit u. a. drei Darbietungen., die höchstes Interesse! verdienten und i auch fanden: ein Vortrag -Zur Psychologie Iler jugendlichen; \u««ag<'". die vollendete .Aufführung des von fluintanern und (Jiiartaiiern verfaßten Laicntyicls -Saul".durch Schüler der-ellien Kla--in mul endlich .eine -Still de der Jugendhüiide". in der zwei Primaner ihre liiind isehen AnschauiiI*p.-n mit liem Sehulh'lu'ii in Beziehung .ctzteii. und die darauffolgende Aussprache mit zwei Juj etidfiihreru aus Bi-rlin. i - Die Tagung vereinigte trotz der Sch« ierigkeit <h*r l mstände Zeit und Ko-leii - - eine erfret lieh große Zahl von . Lehrern au« allen Teilen des Beitdiel lind hielt die iiiei'ten von ihnen in angespannter Aufipcrksamkeit bi« zum F.nde heisainmeii. Da vieles geboten! wurde, konnte jeder wertvolle Anregungen mit nach llau-ie nehmen. IX as. aber allgemein als Mangel empfunden, wurde, das war die nicht ausreichende Herausstellung der Volk*schule, die doch gerade iii unserer gegenwärtigen Situation von entscheidender Bedeutung i't. Nicht wenig trug zur Fihaltiing der Arhcit'freudigkcit die warmherzige.. Aufiialinie durch die Frankfurter Kollegen hei. und der Bcrlinct muH auch den angenehmen Eindruck .verzeichnen, den < i*e rege Anteiltung der Deutnaliine der Frankfurter Gemeinde — undj nicht feierlichen- Eröffnuiigsakt — liorvorricf. .t ' Im Rahmen der von der Reichsverlre 'dien Juden undvon den Landesverhändei i in Angriff genommenen. Lelirerfortliildung wefdeu Seliithingswoelien nach Art der Frankfurter eine größere Aufmer i müssen. Die wissenschaftliche Fortbildung, insbesondere die Einführung der in das jüdische Schulwerk neu einlretetiden Lehrer in das jüdische Geistesgut kann gewiß außerhalb der Schule geschehen. Aliyr die spezifisch päda gogisch-didaktisc he Ä us- und Fortbildung kann nur in der Schule durch erfahrene Schulmänner erfolgen. Diese Tatsache klar erkannt zu halieii. ist das N erdienst des Ilerfii Oberstudieudireklors Dr. Driesen.