Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1932
- Issue
- Nr. 3 - April (4.1932)
- Date
- 1932-04-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Diese Zeilen sollen keine Aufzählungen lein und können nicht alle verdienstvollen Männer und alle verdienstvolle ^Tätigkeit der vergangenen 30 Jahr*; berücksichtigen. Nur Hinweise und Beispiele sind möglich anzuführen Darum soll an dieser Stelle nur noch einiger Brüder gedacht werden, die in Beziehung auf die 1885 eingesetzte Großloge für Deutschland im Jahre Nennung verdienen. In der Deutschen Reichs-Loge wirkten der Anreger der deutschen Ordensgründung, der spätere erste Großpräsident Julius Fenchel ne heil dem ^i^ten Präsidenten der Loge Moritz Jabionski u^id elem späteren Großsekretär Davide o 1 f f, ferner o u.i s Maretzki, der zweite Großpräsi lent, der 5 Unvergeßliche und Unermüdliche, der dem Distrikt die Richtlinien der Ethik und des sozialen Verständnisses wies. Albert Joachim schuf die gesetzlichen Grundlagen. Dem Geschäftsausschuß der Großloge gehören noch jetzt an: Ehrenvizegroßpräsident Br. Kuznitzky und der Großschatzmeister Br. Bach, der Präsident zum 25-J alirfest — 1907. ’ * Die Großloge beabsichtigt anläßlich uer Gründung der ersten deutschen Loge vor 50 Jahren unter Mitwirkung aller Mitglieder des Geschäftsausschusses und des Generalkomitees sämtliche Logen des Deutschen Distriktes besuchen zu lassen und sie im Gedenken eines bedeutenden Geschehens in Einblick und Ausblick zusammenzuf.io en. < Goethe-Worte und Goethe-Erinnerungen . _ ', t Allen Gewalten - ’ zum Trotz sich erhalten Nimmer sieh heiigen I kräftig sich zeigen , Hufet die Arme der Götter herbei. _l)cr /weck des Lehens ist das Leben seihst, An .M *ver 1796. ..Dasein ist Pflicht und wär’s ein Ati genblick.“ '..Deutsche gehen nicht zugrunde, so -wenig wie die Juden! weil es Individuen sind.“ Zu Riemei (1808). * ..Das Lehen gleicht jener heschwerlichen^Art zu wallfahrten, wo man drei Schritte vor und zwei surück tun iß.“ An Meyer, 28, ..Wie bald schwinden die Spuren des Mente von der Erde weg . . . Sie haben ganz recht zu sagen, daß der Lebende dem Lebenden mit Vorsitz Freude machen solle, da so manches LTnerfreuliche von seihst versteht.“ sich leider An Schlosser (1824). V. 1797. chenlebens „Es bleibt immer ein herzerhebendes Gefühl, wenn ..man dem L'nerforsehlichen wieder einige lichte Stellen abgewinnt.“ An Carlvle, 2. VI. 1831. * „Die wahre, die tätige, produktive Freundschaft besteht darin, daß wir gleichen Schritt im Leben haitön, daß Er meine Zwecke billigt* ich die seinigm, und daß wir so unverrückt zusammelt fortgehep, wie auch sonst die Differenz unserer Denk- und Lebensweise sein möge.“- Sprüche in Prosa. i Eine Brandnacht in der Judengasse In der sehr eng ineinander gebauten Jndengasse war ein heftiger Brand entstanden. Mein allgemeines Wohlwollen, die daraus entspringende Lust zu. tätiger Hilfe trieb mich, gut angekleidet wie ich ging und stand, hin. Man hatte vor der Allerheiligengasse her durchgebrochen; an diesen Zugang verfügt’ ich mich. Ich fand daselbst'eine große Anzahl Menschen mit Wassertragen beschäftigt, mit vollen Eimern sich hindrängend, mit leeren herwärts. Ich sah gar bald, daß, wenn rtian eine Gasse bildet, wo man die Eimer herauf- und herabreichte, die Hilfe die doppelte sein würde. Ich ergriff zwei volle Eimer und blieb stehen, rief andere an .mich heran, den Kommenden wurdte die Last abgenommen, und die Rückkehrenden reihten sich auf der anderen Seite. Die Anstalt fand Beifall, mein Zureden und persönliche Teilnahme ward begünstigt, und die Gasse, vom Eintritt bis zum brennenden Ziele, war bald vollendet und geschlossen. Kaum aber hatte 'die Heiterkeit, womit dieses geschehen, eine frohe, man kann sagen eine lustige Stimmung in dieser lebendigen, zweckmäßig wirkenden Maschine aufgeregt, als. der Mutwille sich schon hervortat und der Schadenfreude Raum gab. Armselige Flüchtende, ihre jammervolle Habe anf dem Rücken schleppend, mußten, einmal in die bequeme Gasse geraten, unausweichlich hindurch und blieben nicht unangefochteii.. Mutwillige Knabenjünglinge spritzten sie an und fügten Verachtung und Unart noch dem Elend hinzu. Gleich aber, durch mäßiges Zureden und rednerische Strafworte, mit Rücksicht wahrscheinlich auf meine reinlichen Kleider, die ich vernachlässigte, ward der Frevel eingestellt. Neugierige meiner Freunde waren herangetreteu, den Unfall zu beschauen, und schienen verwundert, ihren Gesellen in Schuhen und seidenen Strümpfen — denn anders ging man damals nicht — in diesem feuchten Geschäfte zu sehen. Wenige könnt’ ich heranziehen, andere lachten, und schüttelten die Köpfe. Wir hielten lange stand, denn bei manchen Abtretenden verstanden sich auch manche dazu, sich änzuschließen; viele Schaulustige folgen aufeinander, und so ward mein unschuldiges Wagnis allgemein bekannt, und die wunderliche Lizenz mußte zur Stadtgeschichte des Tages werden. Aus Dichtung und Wahrheit. 28