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Der Orden Bne Briss · 1930-01-01 · Nr. 1 - Januar · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1930
Issue
Nr. 1 - Januar
Date
1930-01-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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Ordens auf 70000 Bbr. zu steigern/ alle auf diese Weise geworbenen bezw. einzuführenden Kandidaten erhalten die Bezeichnung »Alfred M. Cohen - Klassen«. Da der hochw. Ordenspräsident selber aus dem 2. Distrikt hervorging, konnte er in seiner Dankrede sagen: »Ich fühle, daß ich wieder nach Hause gekommen bin. —’ Waren alle Distrikte gleich dem 2. Distrikt, so wäre das Werk unseres Ordens vollkommen«. 250 Delegierte und Besucher waren anwesend,- aus dem Staate Kansas war jede einzige Loge vertreten. Br. Wilhelm Ornstein aus Cincinnati und Br. Sigmund Strauß aus Denver wohnten zum 50. Male einer Großlogenrägung ihres 2. Distrikts bei. In seiner Tischrede beklagte Br. Rabbiner Barnett M. Brickner .aus Cleveland dje Unkenntnis der Juden - in bezug auf die heilige Sprache und die altehrwürdigen Überlieferungen: Hilfe könne nur eine Erneuerung und Vertiefung der jüdischen Erziehung bringen. Der Großpräsident Br. F^?ibelmanri unterstrich diese Forderung in seiner Abschiedsrede'. Die Forderung einer Beschränkung des Gemeindelebens auf rein jüdische Dinge — statt ihrer Verquickung mit der Pflege von Geselligkeit und Sport — erhebt Bf. Rabbiner A b b a Hillel Silver in Cleveland <Ohio>, dessen Gemeinde vor 35 Jahren als erste die Nebenräume des Tempels zu. .allerlei weltlichen Veranstaltungen hergab. Ein Ausschuß hat - auf Grund eigenen Studiums derJEinrichtungen anderer Gemeinden in Amerika festgestellt^ daß -ein Klubleben dem Gotteshause keine Besucher zuführt, da die Gemeindemitglieder gewöhnlich anderen geselligen Vereinen angehören. pie Zahl der amerikanischen Juden hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte erheblich vermehrt. Vor 50 Jahren betrug ihre Anzahl kaujn eine Viertelmillion,- jetzt sind es 41/a Millionen. Der Ordenspräsident Weist darauf hin, daß bei den Konferenzen der ’ Weltvereinigung für das liberale Judentum, London 1926 und Berlin 1928, viele Vorträge von amerikanischen Rabbinern gehalten wurden und daß diese beim Meinungsaustausch häufig das Wort ergriffen — kein Wunder, daß die nächste Tagung der Vereinigung in Amerika stattfinden soll. Der Oberrabbiner von Großbritannien ist Schüler eines amerikanischen Seminars gewesen, ebenso vier Rabbiner in anderen führenden, Gemeinden Englands. Aus derselben Hochschule stammt : der . Kanzler der Universität Jerusalem. Die Büchereien zweier großer Lehranstalten für Erziehungskunde in Amerika enthalten die reichsten jüdischen Büchersammlungen der Welt. Amerikanische Rabbinerseminare dürfen die Doktorwürde verleihen/ jüngst ernannte das Hebrew Union College die große englische Vorkämpferin für religiösen Fortschritt,. L i 1 y Hj Montiigu in London, ehrenhalber zum Doktori des jüdischen Rechtes. Beiläufig berichtet das Ordjensorgan, daß bei den jüngsten Wahlen 35 Juden! kandidierten/ davon wurden 14 ins Unterhaus gewählt, ein paar Konservative, die meisten Liberale und Arbeiterpartei. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern nijmmt der Ordenspräsident an den Großlogentagungen aller amerikanischen Distrikte teil. Angesichts des Ansehens, den der Ordert b$i der amerikanischen Regierung genießt, wohn^q diesen Tagungen auch immer Vertreter der Behörden bei! Die glanzvolle Tagung der Größloge Nr. r in New York fand in Gegenwart des Vizeregierungspräsidelnten Herbert H. Lehmann statt, der zu_ unseren eifri;;sten Brüdern zählt, 500 Delegierte und sonstige Bes jeher waren anwesend. Br. Lehmann $agte bei der Tafelloge: »Wir leben in einem materialistischen, mechanischen, Zeitalter. Ich weiß, dqß dies wichtig ist, denn es hat den Bewohnern unseres Vaterlandes erhöhte Erfolge und größeres Glück gebracht. Aber ich weiß auch, daß dies Zeitalter eine Verminde rung geistiger Werte brachte. Dieser Verlust muß wett» gemacht werden — durch vermehrte Jugendplege, wie wir sie in . unseren Hillelstiftungen mit so glänzendem Erfolge treiben. Durch dijjse Studenten» Vereinigungen wecken wjr in unserm Nachwuchs den Stolz auf unsere ruhmreiche Oeschichte und die Treue gegen das Erbe der Väter«. Der Ordenspräsident schärfte der Jugend ein: »]Erzwingt euch die Achtung eurer Umwelt/ seid würdig des euch überkommenen Erbes/ seid die Fackelträger! für kommende Geschlechter! Unser Orden ist wie keine andere Einrichtung befähigt, ah diesem notwendige» Werke jüdischer Selbsterziehung mitzuwirken. Keine ist so ausgesprochen jüdisch wie diese. Der Orden weiß nichts von! Parteien, die uns leider'draußen scheiden und trehnen. Er ist jüdisch, nichts als jüdisch.« Die jugeftdlogen arbeiten sehr gut/ wenn aüch ihr Ritual mehr dem ider Freimaurer ähnelt, so pflegen sie dochl ein bewuf tes, religiöses Judentum: alle ihre Tagungen werden mit Gottesdiensten beider religiöser Richtungen eingeleitet, bei denen Jugendliche Liturgie und Predigt halten. Auch die innere Logenarbeit hat [in der Betihtzeit Fortschritte gemacht. Jahrelang haben keine Rieseneinführungen statrgefunden — es scheint, daß auch Amerika wenig Nachwuchs an geeigneten, wirtschaftlich sichergestellten Kandidaten aufweist — um so erfreulicher ist es, daß die Lqge in Omaha an ihrem 45. Stiftungsfeste 173 neu|e Brüder ein- / führen konnte,- bei der Feier sprach u. a. der 16 —

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