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Der Orden Bne Briss · 1929-11-01 · Nr. 11 - November · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 11 - November
Date
1929-11-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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zuführenden neuen Brüder dem verstorbenen Ordenspräsidenten zu Ehren »Adolf Kraus-Kandidaten« zu nennen, hat die Großlogentagi ing im 14. Distrikt, die in Sichron Jakob stattfaid, in Gegenwart von 60 Delegierten ihre Verhanc lungen mit einer Trauerfeier für Br. Adolf Kraus eingeleitet. Ebenso wurde veranlaßt,- die »Ahuzal B'nai B'rith«- zu Jerusalem in »Adolf Kraus»! Straße« umzunennen. Kaum hat sich die Gruft über dem vei dienstvollen Mitglied des Exekutiv-Komitees Br. C larles Hartmann geschlossen, betrauern die amerikanischen Brüder einen abermaligen schwere ) Verlust : Rabbiner Maximilian Heller in New Orleans, der zu den frühesten Heraui gebem unseres Ordensorgans gehörte, starb <— se t 1927 im Ruhestande — in der Stadt seiner lang) ihrigen Wirksamkeit. Ebenso verlor «der Orden einen begeisterten Vorkämpfer in dem Reichsgei ichtsrat Louis D. Gibbs, dessen rücksichtslose strenge gegen das Verbrechertum, von New York seine ständige Begleitung durch Geheimpolizisten erforderlich machte. Die Staatsbehörden w dmeten ihm einen Nachruf, in dem es heißt--r. »Der Staat hat einen ausgezeichneten Juristen, die Stac t New York einen*Bürger verloren, dessen Lebei ganz dem Dienste der Allgemeinheit gewidme: war.« Erfreulicherweise hat des Staat an Ste le von Louis D. Gibbs einen änderen eifrigen Logenbruder, Albert. Coh o, zweiten Vitegroßpräsicknten des 1. Distrikts (geboren 1885 n New York), gewählt. Der Orden in Amerika ist sehr stolz darauf, Männer in jugendlichem Alter zu hohen Stellungen berufen zu sehen. So verbucht unser Ordensorgan die Tatsache, daß der 2!>jährige Paul Felix Warburg, der^Sohn vcn Felix M. Warburg, zum Präsidenten des Nationalkomitees des »Ort« zur Aufbringung des Mi llionem fonds gewählt wurde, trotz seiner großen ist Paul Warburg bereits Direktor der kanisdien Feuerversicherungsgesellschaft. UtfT bei Personalien zu bleiben Chicagoer Rechtsanwalt Salmon O. L son ist der erste, der die Aechtung des ,als eines Verbrechens an der Menschheit sprachen und namentlich zur politischen Forderung erhoben hat. Er gewann den Senator liorah für seine Idee, und so konnte dieser Sta atsmann bei einem von der Sinai-Tempel-Gemei ide Levinson veranstalteten Festmahl fes »Herrn Levinsons Plan einer Aechtung des bildete die Grundlage zum . Kellogg-Pakt Amerika aus soll Salmon O. Levinson aks Jugend Amerider : vin « Krieges ausgefür stellen : Krieges . Von Preisträger für den Friedens - Nobelpreis vorgeschlagen werden, doch ist dieser im Geiste der Propheten wirkende Glaubensgenosse dieser Ehrung zuve rgekommen, indem er selber 50 000 Dollars für cjie Universität Idaho als »Wilhelm Edgar Borah-Krieg sächtungsfonds« zwecks Studiums von Mitteln spendete, um den Kelloggpakt zu erweitern und in die Tat umzusetzen. Die amerikanischen Logen bereiten sich 'dem Wiener »Brückner - Chor« — dem Richard Lissau von der Eintracht-LogeIin Wien angehört —, der sich die Verbreitung der Tonschöpfungen dieses großen Meisters zur Auf gäbe stellt, die erforderliche Resonanz zu bereiten. Ein großes Werk im Dienste des Judentums hat Br. Dr. ' Cyrus Adler, Präsident des Dropsie-College, bei der Geburtstagsfeier für qen Stifter dieses Forschungsinstituts angeregt: die Herausgabe der Werke unseres größten Philosophen Maimonides — von denen viele noch ungedruckt sind — innerhalb der kommenden sechs Jahte, damit sie 1935 zum 800 jährigen Geburtstage pes Weisen fertig vorliegen. »Zu diesem We^ke biete ich alle auf, die für die Wissenschaft dies Judentums Interesse haben«, rief Br. Adler pathetisch aus. Daß sein Appell Erfolg haben wird, dafür bürgt der wissenschaftliche Ernst des Dropsje- Cöllege. Br. Cyrus Adler befindet sich auf einer Reise nach Palästina und wird auf der Rückkehr die Zentren jüdischer Gelehrsamkeit zwecks Gewinnung zuverlässiger Mitarbeiter bereisen. Mit großer Entschiedenheit ist unser wacker|er, leider inzwischen verstorbener Louis Majrs h a 11, Vorsitzender des Verbandes der amerikanischen Juden, gegen die im New ■Yorker Hippodrom beabsichtigte — deutsche — Aufführung des Freiberger »Passionsspiels« aufgetreten, von dem er nach den bei dem ‘Film »König der Könige« gemachten Erfahrungen befürchtet, es werde »unseren unwissenden Verleumdern Mateiial liefern und der Flamme des Vorurteils und der Frömmelei Zündstoff zuführen.« Die Sache k;im vors Bezirksgericht, das freilich gegen die Aufführungen nichts einzuwenden fand. Die Presse besprach das Stüde ohne^jede Begeisterung/ die führende Tageszeitung meinte: »Kein Stück dieses Jahres hat so viel versprochen, und keins hat sich als eine so arge Enttäuschung erwiesen«. Der Ordenspräsident Br. Alfred M. Cohen protestierte im Namen des Ordens mit dem Hinweis darauf, daß nach dem Zeugnis sehr vieler urteilsfähiger Christen die Dramatisierung heiligster Bibelerzählungen eine Entweihung der Heiligten Schrift darstellt/ er fürchtet, das »Leidensspiel« werde ein »Spiet der Leiden« zur Folge haben. 218

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