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Der Orden Bne Briss · 1929-04-01 · Nr. 4 - April · p. [Seite]

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1929
Issue
Nr. 4 - April
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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In Berlin fand die Jahrejrveraammlung des »Hilfskerungsgruppen und Berufsstände wurde aufgerollt. Leider Vereins der deutschen'Juden« statt. Ausführliche Referate sind die Mittel des Vereins nur beschränkt. Hoffentlich hielten* Eugen Landau, Max M. Warburg, Willy Dreyfus wird eine fortschreitende wirtschaftliche Konsolidierung und Mark Wischnitzer. Ein erschütterndes Bild über die die Arbeiten dieser Organisation in .Zukunft er-; äußere und seelische Notlage vieler jüdischer Bevölleichtern. Aus Amerika, LXXXII. »B’nai B’rith Magazine«, Jan. und Febr. 1929. In Amerika sind die Fälle nicht selten, daß ein Bruder B. B. sein Vermögen oder einen Teil davon der Loge vermacht. So bestimmte Br. Samuel M. Braunstein letztwillig 50 000 Dollars für das B. Bl-Waisenhaus in Erie, 375 000 Dollars für andere Wohlfahrtszwecke. Ein sonderbares Vermächtnis hinterließ Br. Samuel Cohen in St. Paul (Minnesota): er stiftete 5.000 Dollars,; aber erst nach hundert Jahren auszahlbar; und auch dann darf nur das Kapital, nicht aber die Zinsen — zu einem von der Loge zu bestimmenden Zwecke — verwendet werden; beides wird dann 4—500.000 Dollars betragen. Die Stiftung soll den Namen seiner Gattin tragen. Der Orden ist über dies Vermächtnis erfreut, denn es liefert ihm den Beweis dafür, daß der B. B.-Gedanke im Herzen der amerikanischen Judönheit fest verankert ruht und ein «monumentum aere perennius« darstellt. Jede Nummer unseres Ordensorgans berichtet über schöne Früchte, die das interkonfessionelle Komife zur Erzielung besseren Verstehens unter den religiös Eingestellten aller Bekenntnisse zeitigt: diesmal erfahren wir, daß ein katholischer Bürger ' der Stadt Toronto dem Erzbischof für die Kirche, der Heilsarmee für Zwecke des Protestantismus und der Jüdischen Oemeinde »Zur Verbreitung von Judentum unter den Juden« je 18 000 Dollars vermacht habe. In der Berichtszeit hat eine Tagung dieses Komit^s in einem Seminar der Columbia- Universität stattgefunden. Unser Ordensorgan — das Sprachrohr der Ordensleitung, unter deren Redaktion es ja auch erscheint — bedauert bei aller Anerkennung; daß sich in dem Komite nur »alte Leute« zuspnmenfinden und daß in den Massen Haß und Vorurteil leider noch immer ihre Brutstätten finden. Bei der Erziehung des Schulkindes — meint das B. B. Magazine — müsse mit der Verwirklichung der Toleranz begonnen werden: »Der Geistlichkeit fällt die Aufgabe zu, den'bisherigen Religionsunterricht einer grünjdlichen Revision zu unterziehen«, damit endlich einmal die Fabel verstumme, daß »die« Juden die Gottesmörder sind tmd daß Jesus einen Kreuzzug gegen die Sünden aller Juden unternommen habe. Dies »Komil£ für besseres Verstehen« ist zur Zeit das Lieblingskind des Ordens. Mit Stolz berichtet unsere Monatsschrift, daß Juden, Protestanten, Katholiken und Freimaurer (»Kolumbusritter«) im New Yorker Haupttempel Emanu El zusammen kamen, um die Zerklüftung des amerikanischen Volkes durch die Leidenschaftlichkeit des letzten Präsidentschaftskampfes zu beklagen. Neben dem Dekan der Kathedrale zum hl. Johannes, Howard Chandler Robkins, und Pater Frar.ces P. Duffy sprachen Reichsgerichtsrat Arthur S. Tomptins und die Rabbiner Dr. Kraß und Dr. de Sola. Vielleicht tragen diese Zusammenkünfte einflußreicher Führer doch etwas zur Entgiftung der Atmosphäre bei, denn unleugbar ist auch über das freie Amerika eine starke judenfeindliche Welle dahingebraust. Br. E. David G o i t e i n untersucht die Gründe hierfür in einem zum Meinungsaustausch auch für unsere Logen geeigneten Aufsatz, dem eine Fortsetzung folgen soll. Leistungen der Juden im Dienste der amerikanischen Kultur werden von der Umwelt nicht genügend gewürdigt: der Jude Waldo Frank dichtete die Hymne »Unser Amerika«; Ernest Bloch, der Komponist der Symphonie »Israel«, ein geborener Schweizer, der erst 1916 nach Amerika kam, ist bei dem von der »Amerikanisch - Musikalischen Gesellschaft« ausgeschriebenen Wettbewerb mit seiner symphonischen Schöpfung »Amerika« — der Komponist nennt sie eine »epische Rhapsodie« — als Sieger hervorgegängen; bei der Uraufführung durch das Philharmonische Orchester in der Carnegie-Hall zu New York errang sie einen glänzenden Erfolg. Die Hymne, in welche die Komposition ausklingt, wird voraussichtlich bald zum amerikanischen Nationalliede erklärt werden. Br. Newman stellt mit Betrübnis das Herabsinken des ehemaligen jüdischen Adels in Amerika, nämlich der spanisch-portugiesischen Gemeinden, zur Bedeutungslosigkeit fest; auch 76 -

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