Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1929
- Issue
- Nr. 3 - März
- Date
- 1929-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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aufnehmen. Die Unterstützung von Siedlungsunternehmen und verschiedener dem Judentum dienenden,, wichtigen Anstalten, Schulen, Organisationen, ferner die Einrichtung von Bezirksrabbinaten, wurden beschlossen. « i *; * D e Diskussionen über die »Jewish Agency« nehmen in der gesamten jüdischen Presse Deutschlands ihren Fortgang. Die liberalen Organisationen erklären sich zur Hilfeleistung bereit, wenn die Agency eine rein wirtschaftliche Institution ohne jede nationalistische Tendenzen sein will. * '• ln Berlin starb der berühmte Chordirfgent, Komponist und Professor der Oesangskunst an der staatlichen Hochschule für Musik, Siegfried.Oc h s. In derselben Woche starben zwei berüHmte Dichter, Hugo Salus in Prag und Jakob Löwenberg in Hamburg. Beide waren in erster Linie Lyriker, deren Gedichte vielfach Volkslieder geworden sind und selbst in äie Schullesebücher Aufnahme fanden. Beide Dichter haben auch bedeutende jüdische Gedichte und Prosawerke geschrieben. Hugo Salus, 1S66 in Böhmisch-Leipa geboren, war im bürgerlichen Beruf Frauenarzt m Prag. Etwa 20 Bände seiner Lyrik sind bei ersten deutschen Verlegern wie Eugen Diederichs in'Jena und Albert Langen in München erschienen; überall in seinen Werket! finden sich Bekenntnisse zum Judentum. — Jakob Löwenberg wurde 1856 in Niederntudorf in Westfalen geboren und war Direktor einer . höheren Schule in-Hamburg, sowie Mitglied der Hamburger Schulsynode. Jüdische Probleme hat Löwenberg in seinem großen und bedeutenden Judenroman »Aus zwei Quellen« aufgerollt. Sehr beredt spricht seine Liebe zum" Judentum aus den-Liederbüchern: »Aus jüdischer Seele« und »Jüdische Qedictite«. Auch wichtige pädagogisch - philosophische Arbeiten entstammen Löwenbergs, Feder. An seiner Beerdigung nahm fast der ganze Hamburgische Senat teil. * Der jüdische Professor Samoiiowitsch, der Kommandant der Rettungsexpedition, des russischen Eisbrechers »Krassin« ' in der Arktis, traf zu wissenschaftlichen Vorträgen in Rom ein, wo ihm ein begeisterter Empfang bereitet wurde. Von Rom wird Professor Samoiiowitsch nach Berlin reisen, um auch hier über seine Expedition im Geographischen Verein zu berichten. - In Berlin starb 78 jährig Dr. Isidor Levyv*der frühere politische Hauptschriftleiter der Vossisehen Zeitung, der sich im Kampf gegen Reaktion jedweder Art, politische Rückständigkeit und Antisemitismus hochverdient gemacht hat. Er war seit 1904 Mitglied der Bertb. Auerbach-Loge in Berlin. Der soziale Ausschuß des Allgemeinen Deutschen^ Rabbiner-Verbandes trat in Berlin zu einer Sitzung zusammen. U. a. wurde über Maßnahmen betr. die Konzentrierung jüdischer Strafgefangener verhandelL * In Berlin «fand am 4. März 1929 die Grundsteinlegung zu der neuen großen Altersversorgungs-Anstalt der jüdischen Oemeinde statt. Für dies neue Heim sind bereits eine Reihe vbn Zimmerstiftungen angesagt, weitere Stiftungen stehen bevor. , ' ' Am 14. März 1929 beging der weltberühmte Qelehrte Prof. Albert Einstein den 50 Geburtstag. Der preußische Staat.kaufte die von dem Bildhauerlsenstein geschaffene . Einstein-Büste an, um sie am Oeburtstag des Gefeierten im Einstein-Turm zu Potsdam aufzustellen. * Mensa academica in Heidelberg. Der Verein-zur Förderung ritueller Speisehäuser in Hamburg beabsichtigt, eine Mensa academica für jüdische Studenten in Heidelberg zu errichten. Studenten, die im kommenden Semester in Heidelberg studieren wollen' und an der zu errichtenden Mensa Interesse haben, werden gebeten, sich bei der Geschäftsstelle des oben genannten Vereins, Hamburg 1, Dornbusch 4, zu melden. Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft desjudentu ms, E. V. hält ihrediesjährige Hauptversammlung am Mittwoch, den 20. M’ärz, 20 Uhr, im Logehgebäude, Berlin W., Kleiststraße 10 ab. Professor Dr. Gotthold Weil, Berlin wird über seine' »Reiseeindrücke aus dem Vorderen Orient« sprechen. Die Arbeitsgemeinschaft »Jüdische Tubeikulosefürsorge« überreicht ihren Geschäftsbericht für 1928 und gibt darin Kenntnis von den Leistungen ihres offenen Fonds. Insgesamt wurden 124 Petenten unterstützt, die sich aus 48 Männern, 50 Frauen, 26 Kindern zusammensetzten. Im Mai 1928 wurden neue Richtlinien herausgegeben, welche in drei Abschnitten denJ Kreis der zu berücksichtigenden und den Umfang der Fürsorge und Winke für die spätere Fürsorge umgrehzen. Diese Richtlinien beyrähren sich in der praktischen Arbeit gut Aus anderen Distrikten. Distrikt XIV. Von unseren Logen Im Heiligen Lande. Mit 'Genugtuung berichten wir heute, daß auch die Distriktsgroßloge für Palästina sich eine Zeitschrift geschaffen hat, von der vor kurzem das erste Heft erschienen ist. Sie führt den Namen »jedidth«, »Mitteilungen« und ist in modernem Hebräisch geschrieben.*) Als Herausgeber *) Mitteilungen der Großloge des XIV. Distrikts. ‘Preis: 2,6 engl. Shilling mkt Porto. zeichnet Br. Dr. jehuda Junowitz. .Dem eigentlichen Inhalte gehen Verzeichnisse voran: des Executiv-Komitees in Cincinnati, des Qjeneralkomitees des Palästinensischen Distriktes, der einzelnen Distriktsgroßlogen nebst Wohnsitz und Gründungsjahr. Namen einiger Ordenszeitschriften und ein Begrüßungsschreiben des Ordenspräsidenten Br. Alfred M. Cohenj datiert vom 25. August 1928 Paris, in welchem er seine pohe Befriedigung über seine Logenbesuche in Europa äusdrückt. Der Herausgeber beginnt mit einer geschichtlichen 56