Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 12 - Dezember (12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- Seite 242 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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hierzu ist die »Hilleistiftung«, die sich unter den Auspizien der Ordensleitung an den Uni* versitäten der Union immer ibehr ausbreitet. Daß die Stiftung auch für die Erziehung des einzelnen zu Takt, Bescheidenheit und Tatkraft wirkt, beweist die Prämiierung des Führers dtjr Hilleistiftung an« der Universität Wisconsin, Louis Behr, auf Orund seines stark ausgeprägten — christlichen Wesens! Er erhielt von der Universität eine goldene Medaille. Ein anderer jüdischer Schüler {gewann einen Preis für einen Aufsatz über einen Heiligen der katholischen Kirche, nachdem sein Bruder im vorigen Jahre den besten — preisgekrönten — Aufsatz über das Thema »Der katholische Gedanke in den Vereinigten Staaten« errungen hafte. .Ein katholischer Zeitungsschreiber fordert_angesichts dieser Tatsachen die Katholiken auf, sich in ihrer Religion ebenso genau umzusehen, wie es diese jüdischen Knaben getan haben. Das »B. B. Magazine« bemerkt* dazu: ''»Ehrwürdiger Pater, wir sind in derselben Lage, denn auch, unter uns Juden fehlt die Kenntnis unserer Religion. Selbst dä, wo die Kinder in allen möglichen Dingen unterrichtet werden, herrscht unter den Juden oft-große Unwissenheit in bezug ^uf die wunderbare Geschichte ihres Volkes«.. Ein anderer Führer der Hilleistiftung, und zwar an der Columbus- Universität, Rabbiner Lee J. Levinger, -wurde *urh Vorsitzenden des Universitätskirchenvereins an dieser Universität des Staates Ohio, welcher 16 verschiedene Kirchen- und Studentenvereine umfaßt, gewählt. Die vom Orden als wichtige Aufgabe angesehene Anbahnung eines besseren Verstehens zwischen Juden-und Christen macht weitere Fortschritte. In Cincinnati hat Charles P. Taft, der Bruder des einstigen Präsidenten William H. Taft, der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums daselbst 5000 Dollars gespendet Angesichts dieser Hochherzigkeit schenkten Herr und Frau Grünfeld in Philadelphia eine Orgel für die neue Kapelle des katholischen St. Borrdmeo- Seminars. Bei ihrer Weihe gab Kardinal Dougherty seiner hohen Achtung für das Judentum Ausdruck. Unser Ordensorgan spricht seine Genugtuung darüber, aus, daß das amerikanische Volk neben Hoover auch Alfred E. Smith, einen Katholiken, als Präsidentschaftskandidaten aufstellte. Der Orden sieht darin ein Zeichen für den Wandel in der Gesinnung der Amerikaner, * welche bisher weder einem' Katholiken noch einem Juden das höchste Amt in den Vereinigten Staaten anvertrauten. Man sieht: die Gleichberechtigung nicht bloß de jure, sondern vor allem de facto marschiert Daß Smith schließlich unterlag, geht gewiß ^nicht auf konfessionelle Gründe zurück. Selbstverständlich denken die amerikanischen Juden bei der Verteilung ihrer Spenden zuerst an ihre Glaubensgenossen. Nachdem sie erst eben 100 Millionen Dollars für die russischen Juden hergegeben haben, brachten sie soeben noch 7 100 000 Dollars für denselben Zweck auf. Als Julius Rosenwald im vorigen Jahre 5 Millionen spendete, verlangte er, die amerikanische Judenheit solle gleichfalls 5 Millionen auf bringen. Wenn nämlich die amerikanischen Juden 10 Millionen sammeln, will die russische Regierung die gleiche Summe hinzufügen, außerdem aber den Ansiedlern freies Bauholz, Steuerfreiheit, auf fünf Jahre, niedrige Frachtsätze etc. bewilligen. Von den aufzubringenden 5 Millionen waren bis Ende Juni bereits 2 100 000 Dollars eingezahlt Die Frist für die fehlenden 2 900 000 lief api 30. Oktober ab. Im Juli d. J. gab Rosenwald 1 Million Mark für Negerwohnungen in Chicago, wo 300 Familien angesiedelt werden sollen. Aber auch im Kleinen tut der Orden in- Amerika viel Outes. Entsprechend den Tendenzen des »Zielerweiterungsausschusses«, der die Aneignung jüdischer Kenntnisse erstrebt, hat der Gemeinsame Ausschuß der Logen in San - Francisco jedem Kinde zur Einsegnung ein Buch jüdischen Inhalts überreicht, das ... der Großpräsident des Ordens, Br. A 1 f r e d M. Cohen, mit einem Schreiben begleitete. Ebenso hat dije Argo-Loge in Washington sich durch Festlichkeiten und Spenden an der »Jugendweihe« der jüdischen Kinder daselbst beteiligt. I Der Orden weiß sehr genau, daß die Erfüllung der Jugend mit dem religiösen und sozialen Geist des Ordens diesem einst Führer und Mitglieder sichert Das zeigt die tüchtige Ordensarbeit, die in den Jugendlogen »Alepli Zadik Aleph« * geleistet wird. -Unter Leitung des Ehrenpräsidenten dieses Jugendordens, Sam Beber, fand in Denver ein aus allen Teilen der Union und Canadas besuchter Verbandstag statt. Der Großmeister (»Grand Aleph Oodol«) Miij N. K r o I o f f aus Sioux City (Jowa) wies in seiner Eröffnungsansprache auf di» unabweis+ liehe Notwendigkeit hin, eine spezifisch jüdisch^ Atmosphäre zu schaffen und der jüngerer! Generation in Amerika einen starken religiösen Rückhalt zu verleihen. Ordenssekretär Bri BörisD. Bogen unterstrich die Forderung