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Der Orden Bne Briss · 1928-12-01 · Nr. 12 - Dezember (12.1928) · p. Seite 236

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 12 - Dezember (12.1928)
Date
1928-12-01
Page
Seite 236 (sequence 16)
Language
German
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Frankl verfaßtes Huldigungsgedicht sprach.' Dann heißt es: * »Und immer, wenn ein Volk der Fürsten Leichen Im Trauerpompe führt! zur Ahnengruft, Tr ig( es voran der Herrschaft goldne Zeichen, Die Salven donnern in bewegter Luft. Ein Fürst auch war er, den wir jetzt begraben, Kleinode: Lieder trugen sie ihm vor, Und die ihm trauernd das Oeleite gaben, Wer zählt die Menge, zählt der Sänger Chor? Er war ein Fürst des Lieds. Wie Könige pflegen Gold ausz.ustreü’n, wenn sie zur Krönung zieht), Warf er der Lieder kostbar gold’nen Segen Ins Herz des Volks, in sein geliebtes Wien.« Worms. Expräsident S. Rothschild. , f; Emanuel Lasker. Zum 60 sten Geburtstag des Schachmeisters — 24. Dezember 1928. In den Kreis der Sechzigjährigen tritt jetzt auch der Schachmeister Dr. Emanuel Lasker ein. Am 24. Dezember 1868 in Berlinchen (Neumark) als Sohn eines als Kantor tätigen Vaters, in dem bedeutende Geistesgaben und Gelehrsamkeit mit gütiger Menschenfreundlichkeit sich vereinigter, und einer Mutter von milder, zarter Seele und vornehmer Gesinnung geboren, besuchte Lasker die Schule seines Heimatortes und kam dann nach Berlin auf das Sophien- Realgymnasium. Hier machte sein kürzlich verstorbener älterer Bruder, der Berliner Arzt Dr. Berthold Lasker, selbst ein bedeutender Schachspieler, den 12jährigen in der Rekonvaleszenz nach schwerer Krankheit mit dem königlichen Spiele bekannt und entfachte in dem Knaben ein solches Interesse, daß die Schule darüber in den Hintergrund trat.' Infolgedessen nahm der Vater ihn von Berlin fort und gab ihn zum Besuch der Realschule nach Landsberg a. W. in Pension. Bereits hier fiel seine bemeikenswerte Begabung für Mathematik auf, die er auch nach Ablegung des Abituriums als Studium in Berlin aufnahm. Schwere pekuniäre Sorgenhinderten aber Lasker an der Beendigung dieses Studiums; da trat mit der Teilnahme am Schachturnier in Breslau 1839 ein Wendepunkt ein: Lasker gewann die Meisterschaft, und damit beganA seine Siegeslaufbahn. Im Amsterdamer Meisterturnier fiel Lasker der zweite Preis zu; 1892 wurde er Meister von England und 1894 durch 'den Sieg über den seit 28 Jahren das Schachszepter führenden Wilhelm Steinitz Weltmeister. ' Jetzt endlich, befreit von Geldsorgen, nahm Lasker in Heidelberg wieder seine mathematischen Studien auf, fclie er durch das in Erlangen mit Auszeichnung bestandene Doktorexamen beschloß. i Nach zahlreichen mathematischen Arbeiten, einer deutsch geschriebenen, an der Kgl. Akademie in London veiölfentlichten Abhandlung, sovyie einer Abnandlung in den »Mathematischen Annalen« folgte L. einer Einladung nach Manchester, wo er neben schachlicher Betätigung eine Professur an der dortigen Universität bekleidete. In den vom Jahre 1904 ab folgenden vier-1 jährigen Aufenthalt in Amerika fällt Laskers Anfang seiner philosophischen Tätigkeit und die Verausgabe einiger \yerke in deutscher und englischer Sprache, die aber mehr Verständnis in Deutschland als in den anglosächsischen Ländern begegneten und ihn Deutschland als die Heimat seines Geistes erkennen ließ. 1908 ging er nach Deutschland zurück und widmete sich hier neben dem öffentlichen Schachspiel vor-j nehmlich der Philosophie.* ' Es folgten sehr viele siegreiche Schachturniere, u. a. zweimaliger Zarenpreis in Rußland, und Herausforderungen zum Kampf um die Weltmeisterschaft, die ihm nach Siegen über die bedeutendsten Meister zuerkannt wurde. Bei alledem blieb Laskers Wesen einfach und bescheiden. < j ■ Verhältnismäßig spät — 1911 — heiratete er in Berlin die Schrifistellerin L. Marco, mit der er eine sehr glückliche Ehe führt, sein gastfreies haus ist der Treffpunkt höchster geistiger Intelligenzen. l Die biographischen Angaben über den Schachmeister Lasker gingen uns von einer ihm nahestehenden Seite zt). \ - 236 - ,

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