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Der Orden Bne Briss · 1928-09-01 · Nr. 9 - September (9.1928) · p. Seite 134

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 9 - September (9.1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 134 (sequence 10)
Language
German
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und eines Handwerks verhelfen, die alleinreisenden Frauen und Mädchen beschützen und dem Einwanderer helfen, seine Verwandten aus der alten Heimat herüberzubringen. . 1 Es besteht die Möglichkeit, Zehntausende j von jüdischen Einwanderern jährlich in Südamerika unterzubringen. (Aus den1 Mitteilungen; y T. A. vom 24. August 1928). Odt. : Briefe an den O.B.B. Die Lozenabende in den Sommer-Kurorten. Von Br. S i e g m u n d Reis, Hindenburg, Oi-S. Es ist Schon hämisch. gestritten worden, ob man die Logenabende in den verschiedenen Kurorten aufrecht erhalten soll T.. man‘wolle , * sich auch von seiner Loge »erholen« ... Darüber hinaus haben sich nach meiner Erfahrung die Logenabende' im Bade, für die wirklichen Brüder und Schwestern, als so wünschenswert erwiesen, daß, wenn sie nicht bestünden, man sie direkt neu »erfinden« müßte. In der geschäftigen Leiere und Oede und öden Geschäftigkeit des Kurlebens (falls man nicht wirklich ernst krank ist), in der verständlichen Einstellung, nur an seinen Korpus zu denken, ist ein Abend der idealen Verbundenheit mit dem Logengedanken, die zwangsweise Zurückgewinnung des Genußmenschen in ein geistiges Wesen . . , eine wichtige Mission in den Badeorten. Oder es könnte so sein...! Hart stoßen . .. wenn die Haupttatsache eines Bestehens der Logenabende schon gegeben ist ... die Wünsche und das Wollen der Kurgäste-Logen-Brüder und -Schwestern aufeinander. Die einen wollen nur einen Logenabend zu »gemütlichem Plausch "und Klatsch« und zum »Sichkennenlernen«, die andern wollen eine lustige, fidele, leichte, musikalische Kabareltunterhaltung und andere wieder wollen einen Logen-: abend, der der Gedankensphäre der Loge ganz nahe steht. - f Die ersten wollen etwas, was auch sonst nicht möglich ist. Ja, wenn das nur so ginge, daß man in einem. Raum zusammenkommt und nun kann man sich schob »kennen lernen«. Was nie gelingt im Leben und nur ganz persönliches, Können ist, wird selbst unter dem Zauberzeichen des U O. B.-B. nicht gelingen. Die Loge ist kein Kaffeehaus! — Das, was die zweiten wollen, ist nur eine leichtfertige Verwechslung mit einem Unterhaltungsetablissement, das bestrebt sein soll, eine Fortsetzung und lustige Erhöhung des animalischen Lebens in der Kur zu bieten. — Bleibt noch das Wollen der nicht allzuvielen dritten, die ernstes Logenleben mit ernsten Vorträgen herbeiwünschen! Die Praxis hat gezeigt, daß man ohne get | hältvolle Vorträge nicht auskommt. Bei der; sonst nirgends so bestehenden großen Auswahl j- {interessanter Persönlichkeiten und Redner aub1 'allen Teilen der Welt kann man feine und starjkl j nach wirkende Abende haben, wenn es gelingjtj solche Brüder als Vortragende für den Abenjdl heranzuziehen. — Sehr oft werden Diskussion«^ über allgemeine Logenthemen gewünscht. Diese Diskussionen, falls sie nicht organisch aufgebaut sind, möchte ich abweisen. Im Bade sir^d oft Nervöse, es fehlt auch vielen die Einstellung zum Thema und zur Person mit iljirem landsmannschaftlich anders gefärbten Tön, die verschiedensten Temperamente stoßen aufeinander, oft kommt es zu einer politischen Abgleisung . <. der' Mühe Lohn ist dann eine Verstimmung und zumindest kein positives Ergebnis. Wozu noch kommt, daß ja niemand eigentlich die Diskussicfn ganz leiten und beherrschen kann. Die Vorträge sollen nicht zu »schwer« seid? Was heißt das, zu schwer? — Ich bin der Meinung, daß gerade die Logenabende im Kuforte etwas Besonderes sein sollen! Man bekommt so viel des Außerordentlichem für Körper und Sinne im Kurorte . . . warum soll man nicfyt auch einmal etwas Außerordentlichen für deh Geist bekommen und gerne als Badegeschenk entgegennehmen? Im Badeorte sind Brüder fast aller Logen anwesend, mögenj sie irgend etwas Wertvolles, außerhalb des Gewöhnlichem stehendes mitnehmen, in ihre Logen tragen. Diese Abende sollen wie Kongreßabende dastehen! . . Freilich, demgegenüber steht die kategorische Forderung, ,daß ein Vortrag nicht länger als eine halbe Stunde dauern sollje. Es git^t eine Mußvorschrift, die der Arzt mit seiner Vorschrift der Schlafensstunde diktiert. Oelingt es, in einer halben Stunde etwas Wesentliches gebracht zu haben, dann soll... wenn Stimmung vorhanden .. . sich an den ernsten Vortrag eine kleine lustige, ortsbetonte (jeder Badeort bietet doch so viel Gelegenheit zur sanften oder bissigen Verulkung des ganzen »Betriebes«) Angelegenheit anschließen. Und wenn der »Dichter« * * \ 134

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