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Der Orden Bne Briss · 1928-08-01 · Nr. 8 - August (8.1928) · p. Seite 114

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Journal
Der Orden Bne Briss
Volume
1928
Issue
Nr. 8 - August (8.1928)
Date
1928-08-01
Page
Seite 114 (sequence 14)
Language
German
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Maurice Minkowski. Im Monat Juni konnte Berlin in der Kunstkammer Martin Wasservogel die Werke von Maurice Minkowski bewundern. Die meisten der seelisch erschütternden Gemälde des Künstlers — neben einigen aus-., gezeichneten Porträts — sind Bilder des tiefen - schweren Judenleids: Pogromverfolgte, Flüchtende, Hungernde, Obdachlose, Gebeugte, die Angehörige oder ihre Habe, die Hoffnung und den Glauben an friedliche Entwickelung verloren haben, und dabei oder daneben doch Schauend?, Lernende, die sich ein Etwas bewahrt haben — soll män es Vertrauen nennen oder Zuversicht in eine Kraft, die aus sich selbst Heraus stets einen Aufbau zu gestalten vermag.; Ein Adel überstrahlt das Ganze_und eine seelische Schönheit, -u.e sich tief in die- Herzen einprägt. Malte Abel Pann, von dem wir früh ix berichtet haben, in seinen realistischen Pogrom mildern mehr das Grauem, so versöhnt bei Min cowski bei aller naturhaften Tragik des Geschehens das Schöne im Seelischen, das Friedliche im Abgeschlossenen, das geistig Starke, (las irgendwie aus dem Niederbruch der Schwäche doch noch hervorlugf. Maurice Minkowski — 1881 als Sohn Br. tritt in eines Fabrikanten in Warschau geboren — als Knabe im Alter von 5 Jahren durch einen Unfall nach über einjähriger Krankheit Gehör upd, Sprache verlierend — greift -j mit verstärktem .Schauen die Dinge der Welt I auf sich wirken lassend — als Kind zum £eichenstift, porträtiert mit 11* Jahren bedeutende Persönlichkeiten. Er malt anfangs Landschaften und religiöse Bilder, die dem — neuen Testament entnommen waren, ’lm Jahre 1905 ergreift den Menschen und Künstler das Erlebnis eines Pogroms in so aufrührender Form, daß er von nun an fast seine gesamten künstlerischen Kräfte dem jüdischen Leid widmet. t Einer, der von Schicksalsdruck belastet ist, malt vom Schicksal Verfolgte. »Un miserable qui peint de plus miserables« — schrieb über ihn der ehemalige französische Minister der Künste, De'Monzie, der ihn in Warschau .entdeckte, in Paris -empfahl und unterstützte. Ein Taubstummer, der das schweigende Leid in den Mienen der anderen malt, fein jüdischer Künstler zeigt wieder einmal, wie ,aus menschlichem Leid Tiefe, Größe, Schönheit, Versöhnung erwächst A. Gdt. Briefe an den O.B.B. Jüdische Erziehungsheime. Rabbiner Dr. Siegfried Behrens, Fürth, längeren warmherzigen Ausführungen für die Erhaltung der Samson-Schule ein. Gegenüber der Tendenzen der Anhäufung von Juden in -den Großstädten macht er auf die Notwendigleit der Erziehung der Jugend in Erziehungsheimen, die nach englischem Vorbild die Geltung von Landheimen haben, aufmerksam. Ein solches Erziehungs- und Laftdheim ist die seit nahezu 150 Jahren in Deutschland bestehende und trelflieh bewährte Samson-Schule in Wolfenbüttel, fm Unterschied von fast allen jüdischen Erziehungsheimen verfügt sie über ein vo I ausgebautes Schulsystem, dasdie 6 Klassen einer staatlich anerkannten Realschule l)esitzt, ihren Schülern also eine gründliche, sorgfältig gepflegte Vorbildung für das Berufsleben oder für 9 Massige Realanstalten gewährt. Auf Grund der ausgezeichneten Traditionen, die die Anstalt wahrt, finden Musik, Sport, Turnen, Schwimmen, Wandern und Handfertigkeit reiche Förderung. Die Schule liegt an der Peripherie der Stadt, die sich alter Kultur erfreut, am Rande des Waldes. Die Tagesstunden sind nach durchaus modernen Gesichtspunkten emgeteilt. Für Erholung bleibt genügende Zeit und auf dem sehr geräumigen Spielplatz kann sich die Jugend nach Herzenslust tummeln1. j Als alter Samson-Schüler ■ wendet sich Br. Dr. Behrens, der Zustimmung seiner alten Kameraden gewiß, an die breite Oeffentlichkeit des deutschen Judentums mit der eindringlichen Forderung:/" ' ||' ’ Helft uns! 114

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