Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1928
- Issue
- Nr. 5 - Mai (5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Auf die Gegenwart übertragen: schwerer keit die größte Gewähr bietet, in depi die drückt die Welt — nach dem Wahnsinn der Gleichheit aller, die Menschenantlitz tragen, am Zerstörung — jetzt als sonst ‘ auf die Seele ^ehesten ihre. Verwirklichung findet. Wfehn es des einzelnen, drückender sind die Verpflichtungen im Beruf, für Familie, Verwandtschaft. So ziehen sich manche früher als .das sonst, geschähe, von der Führertätigkeit in der Loge zurück, nicht weil sie am Gedanken verzweifeln — wir hören gelegentlich, daß manche ihre materiellen Leistungen gewissermaßen als Ausgleich erhöhen — sondern weil sie sich schneller verbrauchen. Die Gebenden werden sparsamer. DieEmpfangenden bleiben zurück, werden erwartungsvoller. Ein Spalt tut sich auf. Erwartungen, Wünsche, Enttäuschungen wachsen. Ein neuer Widerspruch in dieser Welt der Widersprüche, in den Gegensätzlichkeiten des Seins, die so schwer zu verstehen und noch schwerer zu überbrücken sind. Wenige bleiben Beispiel und Vorbild im Kampf gegen das Ermattende. Was ist zu tun?, Die Wenigen müssen durch Beispiel und Wort' auf die Ermattenden und die Menge in unermüdlicher Bewegung wirken. Der tote Punkt, in der Seele des einzelnen muß überwunden werden, die Erkenntnis muß aufsteigen,. daßx diese Ueberwindung bedeutet; Jungsein des Alternden, Hilfe gegen die Tristheit der eigenen' Seele, Hilfe gegen die Hilflosigkeit des anderen, dem nur durch Führung geholfen werden kann. So wird die Zeit schneller herheigeführt werden, wo es wieder leichter sein wird, Führer zu sein, — wo wieder mehr Führer zur Verfügung sein werden. Darf es einen politischen Gedanken im unpolitischen Lögerileben geben? In unserem Ritualwerk ist für den Ben Briss, den Sohn des Bundes, die Forderung enthalten, sich die reinsten Grundsätze der Ehre und dear Patriotismus anzueignen. An anderer Stelle unseres Schrifttums ist für diesen Gedanken die Form gewählt: ein guter Bürger zu sein.. Da der Bund jede Parteipolitik ausschließt, muß in der Forderung ein allgemeiner, ein höherer Gedanke enthalten sein. y Wann is: man — vom Standpunkt des Ben Briss aus gesehen —r ein guter Bürger? Wenn man mit allen gesetzlichen Mitteln denjenigen Stand des Staates erstrebt oder zu erhalten sich bemüht, der für die Wohlfahrt der Gesamtheit und den Gedanken der Menschlichle Er- Orden, gestern sie mit kpmmt schön eine Mission des Logengedankens gibt, Ssb muß es die sein, dahin zu wirken, daß alle Manschen danach streben. Kein Ben Briss darf sich dieser Pfli ziehen: Aktivität ist für jeden geboten, kenntnis jedes einzelnen muß die näch erweisen. Es gab schon einmal eine Zeit im wo das Kulturelle, daS|Menschheitliche rhit dem Politischen zusammenfiel. Fern von allem Partei politischen standen die Brüder und Sch zum'vaterländischen Oedanken, der fürj dem kulturellen und darum menschhiditlichen zusammenfiel. — Unsere Logen haben sijch dabei ausgezeichnet bewährt Bei der Betrachtung all dieser Dingj» es einem so recht in den Sinn, wie neben unserem Passjerwort die Aufforderung in unserem Ritual ist: lasset uns wirket) und wachen! j -! I 1 ♦ *;! Läßt sich der Austritt aus der Jüdischen Gemeinde rechtfertigen .— auch wenn män im Judentum verbleibt? ln *jeder Nummer unseres Gemeinrjkblattes wird uns eine Liste von Menschen vorgefühirf, . die ihren Austritt aus der Jüdischen Gemeinde' erklären. „ ' Läßt sich ein solcher Austritt irgendwie rechtfertigen, auch wenn man im Judentum verbleibt? Betrachten'wir auch hier die Situation vöm Standpunkt des Ben Briss! Die Großloge hat einen Grundsatz aufgestellt, nach dem »ie im Einzelfalle verfährt. Wenn ihr zur [Kenntnis kommt, daß ein Bruder aus der Jüdischen Gemeinde auszutreten beabsichtigt olaet ausgetreten ist, so veranlaßt sie den Pfäsilenten der zugehörigen Loge, mit dem bejdef fenden Bruder eine Aussprache Jierbeizuführenj um festzustellen, ob der Austritt aus unlautjeren Motiven erfolgt oder geschehen ist. Als solche sind beispielsweise Steuerscheu, Eitelkeit, die Sucht,! alte Bindungen Izu lösen, um in sonst verschlossene Kreise ihinein^ukommen, irgend ein Streitfall, der zumiVorwand benutzt wird, sich abseits zu halten, |unq ähnliches anzusehen. Kann es auch lautere -Motive — iunjindest subjektiver Art — zum Austritt geben P 1 —