Der Orden Bne Briss
- Journal
- Der Orden Bne Briss
- Volume
- 1927
- Issue
- Nr. 9 - September
- Date
- 1927-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahr hat es unsere Loge als Aufgabe betrachtet, die Judenheit Mecklenburgs für jüdische Fragen zu interessieren und hat mit großen Erfolgen Versammlungen . abgehalten an Plätzen wie Güstrow, Parchim, Teterow und 'Malchow. Diese Versammlungen waren stets aus der ganzen Umgegend sehr gut besucht. Es wurden Votträge gehalten aus den Reihen unserer Brüder und auch unser verehrter Herr Rabbiner Dr. Wintet. hatte sich bereitwilligst zur Verfügung gestell^ "Jede einzelne Versammlung erbrächte den Efeweis, welch dankbare Aufgabe sich die Loge jiier gestellt zur Verbreitung jüdischen Wissens Und jüdischein Gedankenaustausches. Wir wollen nicht unerwähnt -lassen, daß sich schon seit' langer Zeit prominente und jüdisch interessierte; Kreise jder mecklenburger Judenheit unserer^ Loge abgeschlossen haben und daß auch der allverehrte Landesrabbmer Mecklenburgs, Herr Dr. Siltferstein, Bruder'unserer Loge ist. Die einzelne^ großen jüdischen Organisationen waren gebeten; Vertreter zu entsendep, um anläßlich dieser Judentagung hier zu sprechen. So entsandte der Centralverein jüdischer Staatsbürger den Herrn Rabbiner Dr. Goldminn aus Leipzig, die Zionistische Vereinigung ihren bewährten Redner, Herrn Dr. Kanowitz, <l'e Vereinigung des jüdischen Frauenbundes dje sympathische und beliebte Rednerin Fräulein Kjarminski, außerdem war noch Herr Direktor Dr. Jonas, Hamburg, gewonnen worden für einen pädagogischen Vortrag Sämtliche Vorträge, die vor gefüllten Sälen stattfanden, erregten das lebhafteste Interesse aller Zuhörer. . Auch die [Verwaltung der jüdischen Gemeinde Lübecks hatte sich bereitwilligst in den Dienst dieser, von der Loge veranstalteten, Tagung gestellt, indem sie die Gottesdienste ate-Festgottesdieftste an sagte, während die ^Synagoge Festesschmuck trug. Herr Rabbiner Dr. Winter hielt die eindrucksvolle Festrede, außerdem nach nach dem Minchah-Gottesdienste einen * gut besuchten Lehrvortrag. So waren besonders den auswärtigen Gästen hinreichend geijstigje Genüsse geboten und man konnte sichtlich die Wahrnehmung machen, wie sehr jeder einzelne Vortrag die mecklenburger Jtlden interessierte und wie erfreut sie waren, jüdisch-geistige Oenüsse in sich aufnehmen zu können. Der : Pestgottesdienst Wurde noch besonders weihevoll gestaltet durch die Mitwirkung des bekannten Berliner Oberkaniors Ahibeck, der in früheren Jahren hier in Lübeck gewirkt und sich großer Beliebtheit erfreut. ' Einen besonderen * Reiz und besonderen Ankiefiungspunl t bot die jüdische Buch- und Kunstausstellmg ‘Die Ausstellung war von jüdischen Ki nstlern sehr gut beschickt. Wir werden über die Künstler und ihre Werke noch tinen Sondei bericht folgen lassen. Eine der (ersten hiesigen Kunsthandlungen hatte diese (Ausstellung n ihren Räumen veranstaltet. Die ausgestellten Werke, Bilder, Plastiken und dergl. waren Gegenstand größter Bewunderung und fanden auch; Liebhaber. Die Ausstellung war noch eine ganze t^oche hindurch gtöffrtet. Ermöglicht wurde uns die >e Ausstellung durch die gütige Mitwirkung und Mitarbeit der hochwürdigen Großloge. Ueberh lupt sei an dieser Stelle der Großloge unser ganz besonderer Dank gezollt dafür, daß sie dieser Veranstaltung ihr starkes Wohlwollen gewährt hat. Die OrQßloge hat nicht nur unsere Ar jeiten für diesen Zweck mit liebevollem Interesse verfolgt und in jeder Hinsicht gefördert, s e rat uns auch namhafte Beträge zur Verfügung gei teilt, die Veranstaltung so durchfühl en zu körnen,. wie es tatsächlich der Fall war. Wir körnen mit dieser Veranstaltung ein große? Aktivem in der Betätigung der Logenarbeit unser egen nennen, und können .einen in jeder Weise roßen ideellen Erfolg verbuchen. Die ganze Ve anstajtung fand ihren Abschluß in einem grollen Festmahl, das am Sonntag abend’ veransts Itet wurde und an dem Vertreter der hochwürdigen Oroßloge. wie auch Vertreter der NachbarIoj;en und der Gemeinde teilnahmen. Als Ehrengast an dieser Tafel konnten wir unseren früheren Rabbi ier, den jetzigen Oberrabbiner von Schleswig-Holi tein, Herrn Dr. Josef datlebach begrüßen, der schon aus Zeiten seines früheren hiesigen Wirkt ns stets eine solche Veranstaltung propagierte. In einer begeistert aufgenommenen Tischrede drü :kte der Herr Oberrabbiner seine Freude über diese Veranstaltung aus. Dieser gesellschaftlich: Festabend wird noch lange allen Teilnehmern als besonders wohlgelungen in Erinnerung bleiben. So können wir mit dem gesamten Verlauf der Festlichkeit in jeder Hinsicht zufrieden sein. Allgemein wurde der Wunsch geäußert, daß eine solche Veranstaltung zum Programm der Loge in jedem Jahre gehören müsse Wenn die Großloge in einem ihrer letzten Rundschreiben den Logen die Aufgabe erneut' äus Herz legt, für die Pflege des Logcngedanker s gerade auch an kleinen Plätzen einzutreten und somit das jüdische Selbstbewußtsein zu heben und zu fördern, so hotferi wir, diese Aufgabe durch die soeben geschilderte Veranstaltung in schönster Weise erfüllt zu — 138 - V